Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander hat gegenüber der EU-Verkehrskommission Bedenken wegen des neuen digitalen Grenzkontrollsystems der Europäischen Union geäußert. Das teilte ihr Ministerium mit. Zuvor waren Berichte über lange Wartezeiten an der Passkontrolle publik geworden.
Alexander und der EU-Kommissar für Verkehr, Apostolos Tzitzikostas, wollten künftig zusammenarbeiten, um die Grenzübertritte während der Sommerferien und darüber hinaus "so reibungslos wie möglich" zu gestalten, teilte die britische Regierung mit.
"Ich war erleichtert zu hören, dass der EU-Verkehrskommissar die Sorgen der Urlauber verstand und die Notwendigkeit unserer Zusammenarbeit erkannte", sagte Alexander laut der Mitteilung.
Die britische Regierung kündigte zudem 20 Millionen Pfund (rund 23,45 Millionen Euro) an zusätzlichen Mitteln an, um die Zahl der Kontrollkabinen im Fährhafen Dover zu erhöhen, dem wichtigsten britischen Grenzübergang nach Kontinentaleuropa. Der Großteil der neuen Kontrollen finde in den EU-Mitgliedstaaten statt; für Reisende, die über die Fähre in Dover oder mit dem Zug in die EU einreisen, würden die Kontrollen jedoch bereits in Großbritannien durchgeführt, hieß es weiter.
Kritik von Fluggesellschaften und Flughäfen
Nach Angaben von "BBC News" hatten mehrere Passagiere berichtet, wegen der langen Warteschlangen ihren Flug verpasst zu haben. Die Billigfluggesellschaft Ryanair warnte vor einem "Chaos an den Warteschlangen" durch das neue System, das ihrer Einschätzung nach noch nicht einsatzbereit sei.
Das Entry/Exit System (EES) der EU ist seit April vollständig in Betrieb und gilt für alle 29 Schengen-Staaten, von denen die meisten EU-Mitglieder sind. Es verpflichtet Reisende, bei der Einreise in die EU biometrische Daten wie Fingerabdrücke und ein Foto zu registrieren. Das bisherige System des manuellen Abstempelns von Pässen wird dadurch abgelöst.