Keine Artikel verpassen! Newsletter kostenlos abonnieren
ADV beklagt lange Wartezeiten an EU-Grenzkontrollen, © dpa/Christoph Schmidt
Ein Fluggast hält bei der Grenzkontrolle der Bundespolizei am Flughafen in Frankfurt vier Finger auf einen Scanner des Smart Borders Grenzkontrollsystems. © dpa / Christoph Schmidt
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2015\/06\/dbc00bc0b_a1679ffb3b2f12043ce16a39d4168f46__wide__824?v=1435643018","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dpa\/ Christoph Schmidt"},"caption":"Ein Fluggast h\u00e4lt bei der Grenzkontrolle der Bundespolizei am Flughafen in Frankfurt vier Finger auf einen Scanner des Smart Borders Grenzkontrollsystems."}

Der deutsche Flughafenverband ADV hat überlange Wartezeiten an den Grenzkontrollen beklagt. Die Abfertigungszeiten für Reisende aus Drittstaaten seien mit Einführung des neuen europäischen Entry/Exit-Systems (EES) deutlich angestiegen, sagte die ADV-Präsidentin und Berliner Flughafenchefin Aletta von Massenbach der "Deutschen Presse-Agentur". Es komme vielfach zu "unzumutbar langen Wartezeiten", die an einzelnen Standorten bereits bis zu zwei Stunden betragen hätten.

Mit dem EES werden seit Oktober 2025 die Grenzkontrollen in Europa schrittweise modernisiert. Bürger aus dem Nicht-Schengen-Raum müssen vor jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten abgeben, was im Vorlauf über Selbstbedienungs-Kioske laufen soll und länger dauert als das bisherige Verfahren. Das System soll der Terror- und Kriminalitätsabwehr dienen.

Schon in den ersten Monaten wurden laut EU-Kommission Tausende Einreisen verweigert und Hunderte Verdächtige identifiziert. Deutsche und weitere Reisende aus dem Schengenraum sind nicht betroffen.

Bundespolizei soll flexibler handeln

"Die größten Engpässe entstehen durch die zeitaufwendige biometrische Erfassung beim erstmaligen Grenzübertritt sowie durch das Fehlen einer digitalen Voraberfassung der Passagierdaten", sagte die ADV-Präsidentin. Die Flughäfen erwarteten von Bundesinnenministerium und Bundespolizei, dass die bestehenden Flexibilitätsmöglichkeiten konsequent genutzt würden. Nach EU-Vorgaben darf die biometrische Erfassung zeitweise ausgesetzt werden, wenn sich unzumutbar lange Warteschlangen bilden.

Digitale Lösungen wie die Vorbereitungs-App müssten mit höchster Priorität vorangetrieben werden. Laut EU steht die Smartphone-Anwendung, mit der sich Reisende auf die Kontrolle vorbereiten können, bereits zur Verfügung. Sie sei bislang aber nur von Schweden und Portugal übernommen worden.

FAQ

Um welche Kontrollen geht es?

Zum besseren Schutz ihrer Außengrenzen hat die EU seit Oktober 2025 schrittweise ein neues digitales Verfahren zur Ein- und Ausreise (Entry-Exit-System – EES) von Bürgern eingeführt, die nicht aus dem Schengenraum kommen. Bei diesen Menschen werden vor jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten erfasst, was pro Person derzeit länger dauert als das frühere Verfahren. Der Stempel im Pass entfällt hingegen.

Wo hakt es beim EES-System bislang?

Die Schritte des neuen Verfahrens müssen bislang meist am Flughafen stattfinden. Vor dem eigentlichen Grenzübertritt sind Self-Service-Kioske eingerichtet, an denen sich die Reisenden selbst vorregistrieren müssen. Die dafür nötige Infrastruktur scheint nicht von allen Mitgliedsländern gleichermaßen gut vorbereitet worden zu sein. Eine entsprechende EU-App ist bislang nur von Schweden und Portugal übernommen worden.

Was gilt für Bürger aus dem Schengenraum?

Zum Schengenraum gehören die Kernterritorien von 25 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Deutsche und Staatsangehörige der anderen Mitgliedsländer müssen bei Ein- und Ausreise nicht durch das neue EU-Grenzsystem. Die Bundespolizei Frankfurt empfiehlt die Teilnahme am vollautomatischen System Easypass, bei dem Grenzbeamte nur noch bei Zweifelsfällen eingreifen.

Wie haben die EU-Staaten bislang reagiert?

Besonders Flughäfen in klassischen Urlaubsländern wie Griechenland, Portugal und Italien, aber auch Frankreich und Belgien setzten die Erfassung biometrischer Daten immer wieder aus – wohl auch um Touristen aus Großbritannien nicht zu verärgern. Die Aussetzung ist nach EU-Regeln für jeweils sechs Stunden erlaubt, kann aber beliebig oft wiederholt werden.

Wie läuft es in Deutschland?

Vergleichsweise gut: Die EU hat Deutschland vor einigen Wochen sogar als Musterschüler bezeichnet. Dennoch wurden die Kontrollen laut Bundespolizei in Einzelfällen bereits ausgesetzt. Der Frankfurter Flughafen bittet EES-Reisende, mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein. Betreiber Fraport setzt zusätzliche Lotsen ein, um Fehlanreihungen von EU-Bürgern zu vermeiden.

Wie beurteilt die EU-Kommission die Situation?

Die Europäische Kommission hält an ihrer Bewertung fest: Grundsätzlich laufe das System gut, in den meisten EU-Staaten seien die Auswirkungen auf Reisende begrenzt. Wo Mitgliedsländer nicht in der Lage seien, die nötige Infrastruktur bereitzustellen, sei die Kommission bereit zu unterstützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte ein, dass es noch technische Probleme zu lösen gebe.

Was fordern die Flughäfen?

Der europäische Flughafenverband ACI verlangt, dass Mitgliedstaaten zumindest in den Hauptreisemonaten Juli und August die Kontrollen vollständig aussetzen dürfen. Zudem solle ein vorläufiger Mechanismus eingerichtet werden, der es Grenzkontrollbehörden erlaubt, das Verfahren bei besonders großem Andrang anzuhalten. Der deutsche Verband ADV fordert Bundesinnenministerium und Bundespolizei auf, bestehende Flexibilitätsmöglichkeiten konsequent zu nutzen.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 44/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 44/2026
Mobilitätskolumne BER FRA, © airliners.de
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/11\/mobilitatskolumne-radermacher-yxXXeI__square__360?v=1793726153","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de"},"caption":"Mobilit\u00e4tskolumne BER FRA"}

Es geht auch anders: Terminal 3 in Frankfurt als Gegenbeispiel zum BER

Die Mobilitätsformel (11) In seiner Kolumne "Die Mobilitätsformel" vergleicht Dr. Klaus Radermacher Verkehrssysteme auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Diesmal zeigt er am Terminal 3 in Frankfurt, warum das Projekt anders verlief als der BER: Entscheidend sei die Professionalität des Bauherrn.

12 min
Ausgabe lesen
Roope Kekäläinen., © Max Mescher
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/11\/bildschirmfoto-2026-11-03-um-095339_1793709823_3auN2O5x__square__242?v=1793710014","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Max Mescher"},"caption":"Roope Kek\u00e4l\u00e4inen."}
Ground Handling 8, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/11\/gemini-generated-image-qp5wdnqp5wdnqp5w-5rs18h__square__242?v=1793725401","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ KI"},"caption":"Ground Handling 8"}
Flughafen Newark-Liberty von oben., © AirTeamImages.com/Daniel Nicholson
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2025\/06\/purchased-65-2bc6re__square__242?v=1748941874","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com\/ Daniel Nicholson"},"caption":"Flughafen Newark-Liberty von oben."}
Ein Airbus A350-1000 fliegt bei einer Flugvorführung auf der Luftfahrtmesse Salon du Bourget nördlich von Paris an einem Logo von Boeing vorbei., © DPA/Michel Euler
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2025\/06\/5fb5a2007a69fcd1-VmdYaK__square__242?v=1750166247","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Michel Euler"},"caption":"Ein Airbus A350-1000 fliegt bei einer Flugvorf\u00fchrung auf der Luftfahrtmesse Salon du Bourget n\u00f6rdlich von Paris an einem Logo von Boeing vorbei."}
Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Memmingen Airport - Der Unternehmerflughafen

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

AEROTHRIVE GmbH

Aviation Training Certificates Boosting Your Career!

Zum Firmenprofil