Airbus hat sich einen Rekordauftrag über 500 Flugzeuge von der indischen Billigfluglinie Indigo gesichert.
Der Flugzeughersteller kündigte den nach Anzahl größten Auftrag der Geschichte am Montag bei der Pariser Luftfahrtschau an.
Indigo übertrumpft damit noch den Großauftrag des heimischen Konkurrenten Air India, der im Februar Bestellungen und Optionen auf 470 Jets von Airbus und Boeing bekanntgegeben hatte.
Die beiden größten indischen Airlines wappnen sich damit für einen starken Ausbau des Luftverkehrs in ihrer Region.
Ausgeliefert werden die Schmalrumpfmaschinen des Typs Airbus A320 Neo zwischen 2030 und 2035. "Das ist erst der Anfang, es geht noch weiter", sagte Indigo-Vorstandsvorsitzender Pieter Elbers.
Bei dem Rekordauftrag handle es sich um feste Bestellungen und keine Kaufoptionen, sagte Elbers. Die Bestellung umfasse die Standardversion A320 Neo, die Langversion A321 Neo und die neue Langstreckenvariante A321 XLR.
Jetzt sei mit Blick auf das bevorstehende Wachstum des indischen Marktes der richtige Zeitpunkt für den Großauftrag, ergänzte der ehemalige KLM-Chef. Nach Listenpreis beläuft sich das Auftragsvolumen auf rund 50 Milliarden Dollar. Davon gehen Rabatte ab, über deren Höhe sich die Geschäftspartner nicht äußern.
Indigo wurde im Jahr 2005 gegründet und hat seither mehrfach hunderte Airbus-Maschinen bestellt - zuletzt 300 Stück im Jahr 2019.
Nach der Unterzeichnung des Indigo-Vertrags sagte Airbus-CEO Guillaume Faury, es sei verfrüht, über höhere Produktionsraten als die geplanten 75 Narrowbodies pro Monat nachzudenken.
Indigo will auch Langstreckenflugzeuge
Indigo betreibt eine Flotte aus 270 Flugzeugen und deckt damit rund 60 Prozent des indischen Marktes ab. Mit Ausnahme von 39 ATR-Regionalflugzeugen sowie drei gecharterter Boeing-777-Langstreckenflugzeugen besteht die komplette Flotte aus Flugzeugen der A320-Familie.
Die Bestellung ist daher in ihrer Dimension bedeutend – dass Indigo Airbus als Lieferanten für Single-Aisle-Jets behalten würde wurde allgemein erwartet.
Quellen zufolge führt Indigo aber weiterhin Gespräche mit Airbus und Boeing über 25 Großraumflugzeuge – Gerüchten zufolge entweder Airbus A330 Neo oder Boeing 787.
Indigo A320/A321 Neo © Airbus
Die weltweit größte Luftfahrtmesse auf dem Militärflughafen Le Bourget bei Paris findet in diesem Jahr erstmals seit der Pause durch die Corona-Pandemie 2021 wieder statt.
Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen ist mit der Erholung des Luftverkehrs von der Pandemie-Krise hoch. Doch die Flugzeugbauer kämpfen mit massiven Lieferschwierigkeiten, vor allem wegen Teile- und Personalmangels und Kostenanstieg bei ihren Zulieferern.
Auf der Messe sammeln die Hersteller Aufträge ein, über die monatelang im Vorfeld verhandelt wurde. So gab Airbus auch Bestellungen von mehr als 30 Exemplaren des A320 Neo durch die saudi-arabische Airline Flynas und eine Order der Fluglinie Air Mauritius über drei Langstreckenjets A350 bekannt.
Airbus erwarte außerdem noch eine große Order des mexikanischen Billigfliegers Viva Aerobus, wie Branchenkenner erklärten.