Airhelp hat seinen Bericht über Flugstörungen in Deutschland für das vergangenen Jahr veröffentlicht. Demnach war die Zahl der Flugstörungen in Deutschland zurückgegangen. 26 Prozent der 107 Millionen abfliegenden Passagiere waren von Verspätungen oder Annullierungen betroffen.
Die Gesamtzahl beeinträchtigter Passagiere sank von 35,1 Millionen im Vorjahr auf 27,6 Millionen. Insbesondere lange Verspätungen über drei Stunden gingen stark zurück, so Airhelp. Nur noch 0,34 Prozent der deutschen Passagiere waren davon betroffen, gegenüber 0,56 Prozent im Jahr 2024.
Dresden erreichte mit 82 Prozent planmäßiger Abflüge die beste Quote unter deutschen Flughäfen. Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden wies mit 34 Prozent die höchste Verspätungsrate auf. Nürnberg verzeichnete mit zwei Prozent die meisten Flugausfälle.
Juli 2025 war laut Angaben mit einer Störungsquote von 34 Prozent der problematischste Monat. Auch Wintermonate zeigten erhöhte Störungsraten, möglicherweise bedingt durch Wetterbedingungen.
Strecke Frankfurt-Lagos am stärksten betroffen
Die Verbindung Frankfurt-Lagos verzeichnete mit 71 Prozent die höchste Verspätungsquote. 55.000 Passagiere waren betroffen. Die Route Frankfurt-Colombo (Sri Lanka) folgte mit 66 Prozent.
Verbindungen nach Istanbul zeigten die höchste Pünktlichkeit. Die Route Bremen-Istanbul erreichte 93 Prozent planmäßige Abflüge. Die meisten Annullierungen verzeichnete die Strecke Frankfurt-Chișinău mit 17 Prozent Ausfallquote.
Deutschland im europäischen Mittelfeld
Im europäischen Vergleich belegt Deutschland nach Airhelp-Angaben Platz 20 bei der Pünktlichkeit. Skandinavische Länder führen das Ranking an. Norwegen erreichte mit 15 Prozent die niedrigste Störungsquote, gefolgt von Schweden mit 16 Prozent.
Portugal bildete mit 36 Prozent beeinträchtigter Passagiere das Schlusslicht. Insgesamt waren in Europa 240 Millionen der 936 Millionen abfliegenden Passagiere von Störungen betroffen.
Airhelp warnt vor geplanten EU-Reformen der Fluggastrechteverordnung EG 261. Die Organisation befürchtet eine Abschwächung bestehender Regelungen.
Fluggesellschaften könnten Flüge künftig bis zu sechs Stunden verspäten, ohne Entschädigung zahlen zu müssen. Bei Langstreckenflügen würden Passagiere 100 Euro weniger Entschädigung erhalten. Airlines dürften für jedes Gepäckstück über 15 Zentimeter Breite Gebühren erheben.
Die derzeitige Verordnung gewährt Passagieren bis zu 600 Euro Entschädigung bei Verspätungen über drei Stunden, Annullierungen oder Nichtbeförderung. Airhelp beziffert die Reduktion von Flugstörungen durch die Verordnung auf bis zu 70 Prozent.
Nach EU-Recht stehen 21 Millionen deutschen Fluggästen jährlich Entschädigungen zu. Die Höhe richtet sich nach Flugdistanz und Verspätungsdauer.