Schon zum zweiten Mal in diesem Monat hat eine technische Störung bei der britischen Flugsicherung Nats (National Air Traffic Services) den Luftverkehr im Vereinigten Königreich beeinträchtigt.
Am Montag waren unter anderem die Flughäfen Manchester, Edinburgh, Glasgow und Belfast betroffen. Ursache war laut Nats ein Verbindungsproblem am Kontrollzentrum Prestwick in Schottland.
Ein Sprecher sagte der britischen Nachrichtenagentur PA: "Flughäfen südlich von Manchester sind weitgehend nicht betroffen, aber Flüge in den Norden und solche, die an schottischen Airports starten, sind derzeit etwas verspätet." Bis 10:58 Uhr deutscher Zeit fielen nach Angaben von Nats 24 Flüge aus.
Auch der Flughafenbetreiber Highlands and Islands Airports meldete Beeinträchtigungen. Das Unternehmen betreibt elf Flughäfen in Schottland, darunter in Dundee, Inverness und auf der Insel Islay. An allen seien die Flugpläne durch die Störung beeinträchtigt gewesen.
Ryanair erklärte, rund 25.000 Passagiere der Fluggesellschaft seien von Verspätungen betroffen gewesen, und erneuerte ihre Forderung nach dem Rücktritt von Nats-Geschäftsführer Martin Rolfe.
Auch Easyjet strich Flüge. Die Airline teilte mit, der jüngste Vorfall stelle die Widerstandsfähigkeit des Systems von Nats erneut infrage und zeige, dass entschiedene Maßnahmen gegen die wiederholten Ausfälle nötig seien.
British Airways bezeichnete die Störung als "enttäuschend" und warnte ihre Kunden vor möglichen Beeinträchtigungen.
Ministerin spricht von behobenem Problem
Verkehrsministerin Heidi Alexander (Labour) erklärte auf der Plattform X, das Problem sei inzwischen behoben, es könne aber weiterhin zu Verspätungen kommen. "Ich weiß, das wird zutiefst frustrierend sein für Passagiere nach dem vorherigen Problem", schrieb sie. Alexander prüft nach den wiederholten Pannen auch die Zukunft von Nats-Chef Rolfe.
Erst vor rund zwei Wochen hatte eine andere technische Panne bei Nats den Flugverkehr in England erheblich gestört, betroffen waren damals unter anderem die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick. Wegen eines Softwarefehlers wurden nach Angaben von Nats rund 2000 Flüge gestrichen, Hunderttausende Passagiere waren betroffen. Mit diesem Vorfall stehe die aktuelle Störung nicht im Zusammenhang, betonte ein Nats-Sprecher.
Nats gehört mehrheitlich dem britischen Staat. Bereits eine Störung im August 2023 hatte für erhebliche Reiseeinschränkungen gesorgt und die Fluggesellschaften nach Unternehmensangaben rund 100 Millionen Pfund gekostet. Nach den wiederholten Ausfällen wächst in der Branche der Druck auf Nats, die Widerstandsfähigkeit der eigenen Systeme zu verbessern.