Der Berliner Flughafen will mit einer Sparrunde und dem Verschieben von Investitionen auf die Kürzungen von Ryanair reagieren. Man werde operativ gegensteuern und sich alle Personal- und Sachkosten ansehen, sagte Flughafenchefin Aletta von Massenbach in Berlin. "Alles kommt auf den Prüfstand."
Die Managerin kündigte an, der Flughafen werde weiter investieren, um Kosten zu senken und neue Erlösmöglichkeiten auszuloten. Grund für den Sparkurs sei, dass der Rückgang der Fluggäste von Ryanair zwar abgepuffert, aber nicht ganz ausgeglichen werden könne.
Im laufenden und im kommenden Jahr werde die Zahl der Passagiere anders als geplant sinken, sagte von Massenbach. Statt der angepeilten rund 26,5 Millionen werde es in diesem Jahr etwa 25,7 Millionen Passagiere geben. Derzeit liege der Flughafen noch auf Vorjahresniveau, aber ab November falle der reduzierte Winterflugplan der Ryanair ins Gewicht. 2027 dürften es nur rund 25,2 Millionen Passagiere werden, und damit weniger als geplant.
Airlines wie Wizz Air und die Lufthansa-Tochter Eurowings würden ihr Flugprogramm zwar ausweiten, erklärte die Flughafenchefin. Sie könnten den großen Rückgang der Ryanair-Flüge aber letztlich nicht ausgleichen.
Ryanair verlagert alle sieben Flugzeuge
Ryanair zieht allein für den Winterflugplan 700.000 Sitzplätze in Deutschland ab. Die Iren verlagern alle sieben am Flughafen Berlin-Brandenburg stationierten Flugzeuge auf kostengünstigere Flughäfen, fliegen aber weiterhin die Hauptstadt an. Das Verkehrsaufkommen der Ryanair in Berlin soll sich 2027 auf rund 2,5 Millionen Passagiere etwa halbieren. "Das ist ein heftiger Schlag", sagte von Massenbach.
Billigflieger wie die britische Easyjet und vor allem Ryanair dünnen ihr Programm deutlich aus und begründen das mit zu hohen Standortkosten in Deutschland. "Ich kann die Frustration dahinter verstehen", sagte von Massenbach.
Die Managerin ist Präsidentin des Flughafenverbands ADV und vertritt in dieser Rolle die Interessen der Flughäfen. Sie kritisiert seit Längerem, die staatlichen Kosten für das Fliegen in Deutschland seien zu hoch.
Der Berliner Flughafen liegt seit der Corona-Krise deutlich unter dem Vorkrisenniveau. 2019 hatten die Flughäfen Tegel und Schönefeld zusammen 35,7 Millionen Passagiere abgefertigt. 2025 waren es am Flughafen BER nur noch 26,1 Millionen.
