Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) rechnet mit einer Reduktion des Ryanair-Angebots um rund 50 Prozent. Das sagte die Vorsitzende der BER-Geschäftsführung, Aletta von Massenbach, bei einem Pressegespräch. "Damit wären wir dieses Mal unter den deutschen Standorten am stärksten betroffen."
Der irische Low-Cost-Carrier hatte kürzlich mitgeteilt, seine Basis am Flughafen BER zum kommenden Winterflugplan zu schließen. Ryanair zieht damit sieben Flugzeuge vom Standort ab und verlagert diese ins Ausland – auch das Angebot der Airline schrumpft damit.
Die freiwerdenden Kapazitäten verlagere Ryanair unter anderem "nach Polen, nach Tschechien, nach Albanien. Einer geht nach Italien", so von Massenbach.
"Der BER ist per heute der größte Ryanair-Standort Deutschlands", sagte von Massenbach. "Der BER ist der Hauptstadtflughafen. Das heißt, alles, was die Ryanair an Deutschland ärgert – und das sind die hohen staatlichen Standortkosten, das ist die Luftverkehrsteuer –, das zeigt man am stärksten an seinem stärksten Standort, der zufällig auch noch die Hauptstadt ist. Das ist sehr stark eine Symbolthematik."
Die Fluggesellschaft werde dem BER aber dennoch erhalten bleiben: "Ryanair wird weiter fliegen. Das ist eine Reduktion um 50 Prozent."
"Wir erhöhen nicht"
Von Massenbach wies zudem eine Aussage von Ryanair zurück, wonach die Flughafengesellschaft FBB eine Entgelterhöhung angekündigt habe. Im Durchschnitt seien sie seit Eröffnung des BER unverändert geblieben – trotz gestiegener Kosten etwa bei Energie und Personal: "Das muss man erst mal schaffen."
Ryanair führte die Entgelterhöhung unter anderem für die Entscheidung an, die BER-Basis zu schließen.
Die Schließung der Ryanair-Basis am BER soll mit Beginn des Winterflugplans wirksam werden. Für November und Dezember dieses Jahres rechnet der BER deshalb mit dem Wegfall von rund 320.000 Sitzplätzen. Die vollen Auswirkungen der Entscheidung würden sich erst im kommenden Jahr zeigen, sagte von Massenbach.