An den Flughäfen Hamburg und Stuttgart sind neue Systeme zur Erkennung von Drohnen in Betrieb genommen worden. Damit sollen solche Flugobjekte künftig frühzeitig identifiziert und mögliche Gefährdungslagen schneller bewertet werden können, um entsprechend reagieren zu können, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte.
Der Flughafen Leipzig/Halle soll noch in dieser Woche folgen. "Damit sind dann alle acht großen deutschen Verkehrsflughäfen mit moderner Drohnendetektion im An- und Abflugbereich ausgestattet", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU).
Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) begrüßte das neue System in Stuttgart. Spätestens seit Leipzig wisse man, dass es mit Drohnen eine ganz neue Bedrohungslage an den Flughäfen gebe, sagte sie. "Wir dürfen nicht erst handeln, wenn es zu einem solchen Vorfall kommt, wenn eine Drohne den Flughafenbetrieb bereits ernsthaft gefährdet, sondern wir müssen entsprechend vorbereitet sein."
Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung hatte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich gemacht. Moskau hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Hamburger Polizei bekommt drei Abwehrsysteme
Der Hamburger Senat hatte im September beschlossen, die Drohnenabwehr der Polizei zu stärken. Nach Angaben der Innenbehörde sollen drei Detektions- und Abwehrsysteme für 4,2 Millionen Euro angeschafft werden. Die Geräte des Unternehmens Argus Interception sollen bis Jahresende in Dienst gehen.
Das auch von der Bundeswehr eingesetzte System könne eine Drohne bekämpfen, wie sie beim versuchten Anschlag auf den Flughafen Leipzig Anfang August verwendet wurde, hieß es. Das System scanne den Luftraum mit verschiedenen Sensoren. Werde eine Drohne entdeckt, könne ein Operator eine Abfangdrohne starten, die das verdächtige Flugobjekt mit einem Netz einfange.