Die europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat einen technischen Berater für die Untersuchung des Zwischenfalls an Bord eines Ryanair-Fluges in Thessaloniki vergangene Woche ernannt. Dabei war ein Fenster herausgebrochen und ein Passagier teilweise aus der Öffnung gesogen worden. Das teilte die Behörde mit.
Der Zwischenfall ereignete sich am 10. Juli auf dem Weg von Thessaloniki nach Memmingen an Bord einer Boeing 737-800, die von der Ryanair-Tochter Malta Air betrieben wurde. Kurz nach dem Start brach ein Fenster auf. Dem vorangegangen war ein sogenannter Uncontained Engine Failure, bei dem mindestens eine Triebwerksschaufel abgebrochen sein soll und das entsprechende Fenster traf.
Die Besatzung kehrte daraufhin nach Thessaloniki zurück, der betroffene Passagier konnte von Mitreisenden wieder ins Flugzeug gezogen werden.
Die EASA erklärte, sie stehe in Kontakt mit der US-Luftfahrtbehörde FAA, die das Design des Flugzeugs zertifiziert habe, sowie mit Boeing. Die Behörde kündigte an, die Lage weiter zu beobachten und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Lufttüchtigkeit zu ergreifen.
Die Untersuchung des Vorfalls leitet Nordmazedonien, da sich der Zwischenfall über dessen Luftraum ereignete. Boeing unterstützt die Ermittlungen, die FAA steht bereit, bei Bedarf ebenfalls Hilfe zu leisten.
Frau schildert Horrorflug nach Memmingen
Die Ehefrau eines schwer verletzten Passagiers schildert erstmals aus ihrer Sicht den Vorfall. Ihr Mann befinde sich weiterhin im Krankenhaus und leide unter schweren Verletzungen sowie den psychischen Folgen des Ereignisses, sagte sie dem öffentlich-rechtlichen griechischen Rundfunk "ERT".
"Mein Mann saß direkt am Fenster. Zum Glück war er angeschnallt – der Sicherheitsgurt hat ihm das Leben gerettet", sagte sie. Sie und andere Passagiere konnten ihren 61-jährigen Gatten ins Flugzeug zurückziehen. Er erlitt Verletzungen an Nacken und Schulter sowie Verbrennungen durch Reibung. Er trägt eine Halskrause und steht nach Angaben seiner Ehefrau weiterhin unter Schock.
Die Familie hat nach dem Zwischenfall einen technischen Gutachter beauftragt.