Die FAA hat vorgeschlagen, die Anforderungen an medizinische Notfallkits auf Passagierflügen von einer vorgeschriebenen Artikelliste auf leistungsbasierte Standards umzustellen. Das teilte die Behörde mit.
Statt der derzeit 64 vorgeschriebenen Einzelgegenstände – doppelt so viele wie vor 2001 – sollen Airlines künftig selbst festlegen, welche Mittel und Mengen sie einsetzen, solange damit neun definierte lebensbedrohliche Zustände behandelt werden können: Herznotfälle, Atemprobleme, Gastrointestinalnotfälle, Opioid-Überdosierungen, Geburten, Krampfanfälle, schwere allergische Reaktionen, starke Blutungen und Hypoglykämie.
Hintergrund des Reformvorschlags sind unter anderem gelegentliche Engpässe bei einzelnen Medikamenten, die Airlines zwingen, FAA-Ausnahmegenehmigungen zu beantragen, wenn Kits unvollständig sind. Ein Flugzeug ohne vollständiges Kit darf nicht abheben.
Unter den neuen Regeln könnten Airlines fehlende Mittel flexibler durch Alternativen ersetzen. Externe Defibrillatoren bleiben weiterhin vorgeschrieben.
Eine 2025 veröffentlichte Studie der Duke University hatte 77.000 Bordnotfälle auf mehr als 3,1 Milliarden Passagierflügen von 84 Airlines ausgewertet. Demnach kommt es auf jedem 212. Flug zu einem medizinischen Zwischenfall.
Rund acht Prozent der betroffenen Passagiere mussten nach der Landung ins Krankenhaus, 1,7 Prozent der Vorfälle führten zu Flugdiversionen.