Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellt die Zulassung der Boeing 737 Max 10 zurück, bis ein neu bekanntgewordenes Softwareproblem gelöst ist. Das kündigte die Behörde am Montag an. Es ist der jüngste Rückschlag für den Hersteller bei dem Versuch, die größte Version seines meistverkauften Jets auf den Markt zu bringen.
Die Boeing-Aktie verlor 6,3 Prozent, weil Anleger weitere Verzögerungen bei der Max 10 befürchten. Das Flugzeug gilt als Schlüsselmodell für Boeings Bemühungen, im lukrativen Markt für Schmalrumpfflugzeuge verlorenen Boden gegenüber Airbus gutzumachen.
"Wir werden die 10 zurückstellen, bis wir überzeugt sind, dass wir hier kein Problem haben", sagte der Leiter der FAA, Bryan Bedford, vor Journalisten bei einer Veranstaltung am Flughafen Washington National. Wie lange sich die Zulassung verzögert, wollte er nicht abschätzen.
Fehler betrifft automatische Flugführung bei der Landung
Boeing hatte am Samstag mitgeteilt, ein Softwareproblem bei bestimmten 737-Max-Flugzeugen könne verhindern, dass Piloten in einem bestimmten Landeszenario auf die automatische Flugführung zugreifen. Der Hersteller habe die Betreiber informiert und entwickle ein Software-Update, um das Problem dauerhaft zu beheben.
Nach Angaben von Bedford stammt die Software vom Triebwerkshersteller und wichtigen Boeing-Zulieferer GE Aerospace. Er deutete an, dass eine Korrektur relativ schnell entwickelt werden könnte. "Ich denke, in diesem speziellen Fall wird GE aufgrund der Aufmerksamkeit, die darauf liegt, versuchen, diese Softwarekorrektur deutlich schneller umzusetzen", sagte Bedford. "Sind das Wochen, Tage, Monate? Ich weiß es nicht."
Die Piloten hätten trotz des Fehlers die Kontrolle behalten, sagte Bedford. Anders sei es bei der nicht offengelegten automatischen Flugsteuerungssoftware der 737 Max gewesen, die 2018 und 2019 zwei Abstürze verursacht hatte. Die FAA hatte zuvor angekündigt, ein Gremium zur Prüfung von Korrekturmaßnahmen einzuberufen, das den Fall untersuchen soll.
"Wir folgen weiterhin der Führung der FAA, während wir den Zulassungsprozess durchlaufen", sagte ein Boeing-Sprecher. GE Aerospace war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.