Die US-Luftfahrtbehörde FAA und die europäische Luftfahrtsicherheitsbehörde Easa stehen kurz vor der abschließenden Zulassung der Boeing 737 Max 7 und Max 10. Das haben hochrangige Vertreter beider Behörden auf einer Sicherheitskonferenz erklärt.
FAA-Vize-Administrator Chris Rocheleau sagte, seine Behörde befinde sich in den letzten Zügen der Zertifizierung beider Typen. Die verbleibenden Arbeiten beschrieb er sinngemäß als finale Feinabstimmung. Es gehe darum sicherzustellen, "dass zwischen unseren beiden Behörden, unseren beiden Zertifizierungsbüros, das nötige Vertrauen besteht – dass dieses Flugzeug bereit ist zu fliegen".
Easa-Exekutivdirektor Florian Guillermet erklärte, die Validierung der Max 10 für den Betrieb habe für seine Behörde oberste Priorität. "Wir machen sehr gute Fortschritte beim finalen Abschluss der letzten Maßnahmen", sagte Guillermet. Man werde in der Lage sein, "die Seite umzublättern und voranzukommen".
Gegenüber Journalisten ergänzte er, es gebe kaum noch größere Hürden. Der verbleibende Prozess sei sehr intensiv, weil alle relevanten Dokumente abgearbeitet werden müssten – nach aktuellem Zeitplan in wenigen Wochen.
Gemeinsame Freigabe geplant
Rocheleau geht davon aus, dass die Easa die FAA-Zertifizierung der beiden Typen entweder zeitgleich oder kurz danach validieren wird. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte er. FAA-Administrator Bryan Bedford hatte bereits im vergangenen Monat erklärt, er rechne mit der Zertifizierung der Max 7 noch in diesem Sommer und der Zulassung der Max 10 noch vor Jahresende.
Die Max 7 ist eine verkürzte Variante der bereits im Dienst befindlichen Max 8 und Max 9, die zusammen bereits zehntausende Flugstunden absolviert haben. Bei der Zertifizierung beider Typen hatte Boeing mit Verzögerungen zu kämpfen, die auf ein Problem mit der Triebwerksenteisungsanlage zurückzuführen sind. Die FAA hatte Boeing dabei die Verantwortung für den Fortgang der Zulassungen zugewiesen.
Verhältnis zwischen FAA und Easa erholt sich
Das Verhältnis zwischen FAA und Easa hatte sich nach den tödlichen Abstürzen der Boeing 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 deutlich verschlechtert. Die Unglücke wurden auf fehlerhafte Software und unzureichende Aufsicht zurückgeführt, woraufhin die Easa ihre Überprüfung von Boeing-Mustern intensivierte. Sowohl Rocheleau als auch Guillermet betonten jedoch, dass sich die Zusammenarbeit der beiden Behörden inzwischen deutlich verbessert habe. Zuletzt hatten FAA und Easa gemeinsam die Zulassung für Trainingssimulatoren der Boeing 777-9 erteilt.
Rocheleau kündigte zudem an, FAA und Easa arbeiteten an einem Datenaustausch-Abkommen, um bei Zertifizierung und Risikomanagement künftig enger zusammenzuarbeiten. Auch andere Luftfahrtbehörden weltweit bereiten sich auf die Validierung der Max 10 vor – darunter Brasiliens ANAC.