Die US-Luftfahrtbehörde FAA erwartet durch Zölle Mehrkosten von rund 100 Millionen US-Dollar (rund 87 Millionen Euro) für ihr Modernisierungsprogramm der Flugsicherung im Umfang von mehr als 12,5 Milliarden US-Dollar. Das teilte der US-Abgeordnete Rick Larsen (Demokraten) mit, ranghöchstes Oppositionsmitglied im für die FAA zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses.
FAA-Chef Bryan Bedford habe den Abgeordneten mitgeteilt, dass die Zollkosten von 100 Millionen Dollar vor allem auf den Kauf von Flugüberwachungsradaranlagen zurückgingen. Larsen kritisierte, dass die Zölle die Kosten des Bundes erhöhten.
"Ich habe sie nach konkreten Beträgen gefragt und danach, welche Ausrüstung betroffen ist", sagte Larsen. "Ich bin kein Fan von Zöllen. Wir versuchen, das nationale Flugsicherungssystem zu modernisieren, und zahlen dafür Zölle wegen der Politik des Präsidenten."
Der US-Kongress hatte 2025 12,5 Milliarden US-Dollar bewilligt, um das veraltete System der Flugsicherung zu erneuern und mehr Fluglotsen einzustellen. Vorausgegangen waren jahrzehntelange Beschwerden über überlastete Flughäfen und Verspätungen sowie zuletzt mehrere technische Störungen. Die FAA fordert für eine zweite Phase der Modernisierung mindestens zehn weitere Milliarden US-Dollar.
Teurere Technik: Radar und Telekommunikation
Die Kosten für die Erneuerung der Telekommunikationstechnik sind einem in dieser Woche veröffentlichten Regierungsbericht zufolge von 4,8 auf 5,9 Milliarden US-Dollar gestiegen. Bedford sagte, veraltete Kupferleitungen in der Telekommunikation der Flugsicherung sollten bis September 2027 ersetzt werden.
Bedford sagte zudem, zwei Radarhersteller verlagerten ihre Produktion in die USA: die RTX-Tochter Collins Aerospace nach Largo im US-Bundesstaat Florida, die spanische Indra Group nach Kansas. Woher die Produktion jeweils verlagert werde, sagte er nicht.
Die FAA hatte im Januar Aufträge über insgesamt 780 Millionen US-Dollar an RTX und Indra vergeben, um bis zu 612 Bodenradaranlagen zu ersetzen. Die meisten davon stammen laut Bedford aus den 1980er-Jahren. Er hatte zuvor erklärt, viele Radaranlagen hätten ihre vorgesehene Nutzungsdauer bereits überschritten und seien zunehmend teuer in Wartung und Betrieb.
Im März kündigte RTX an, 26,5 Millionen US-Dollar in den Ausbau seines Werks in Largo zu investieren. Indra teilte mit, 7,5 Millionen US-Dollar in sein Radarwerk in einem Vorort von Kansas City zu investieren, um dort Überwachungsradaranlagen der nächsten Generation zu bauen.
Indra baut am selben Standort in Kansas zudem im Rahmen eines separaten Auftrags über 244 Millionen US-Dollar digitale Funkgeräte der nächsten Generation für die FAA.