Eurowings fliegt künftig für Austrian Airlines im Wet-Lease

Die Lufthansa Group stellt sich in Österreich neu auf. Austrian Airlines soll sich größtenteils auf Wien konzentrieren, Eurowings die Verkehre abseits des Hubs abwickeln. Der Ausbau der Austrian-Flotte soll zusätzlichen Schub bekommen.

Flugzeuge von Eurowings und Austrian Airlines am Flughafen Wien. © AirTeamImages.com / Chris Jilli

Die zum Lufthansa-Konzern gehörenden Fluggesellschaften Austrian Airlines und Eurowings arbeiten in Österreich künftig enger zusammen und verteilen die Verkehre neu. Laut einer Unternehmensmitteilung soll sich Austrian künftig stärker auf den Hub in Wien konzentrieren und die gesamte Netzplanung dort übernehmen. So sollen die Transfer-Verkehre besser gesteuert werden. Dafür sollen ab dem 1. Januar 2020 vier Flugzeuge von Eurowings samt Crews für Austrian im Wet-Lease fliegen.

Eurowings wiederum soll die dezentralen Verkehre abseits von Wien übernehmen und vor allem in Salzburg und Innsbruck das Angebot ausbauen. In Salzburg werden künftig drei statt einem A319 stationiert sein. In Innsbruck möchte die Lufthansa-Tochter zunächst das touristische Programm deutlich ausbauen und Vollcharter-Flüge zu europäischen Warmwasserzielen anbieten.

O'Leary will Lauda zum Marktführer in Österreich machen

Robert Jahn, Geschäftsführer von Eurowings Europe, sieht in der Neuformation der beiden Fluggesellschaften die konsequente Umsetzung der im Sommer von der Lufthansa Group verkündeten Point-to-Point-Strategie für Eurowings: "Austrian stärkt das Drehkreuz Wien, Eurowings wird die sprichwörtlichen Flanken abdecken. Damit wollen wir gemeinsam die Pole-Position der Lufthansa Group in Österreich nicht nur festigen, sondern ausbauen.“

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Für Andreas Otto, CCO bei Austrian, ist die neue Verkehrsverteilung Garant für den langfristigen Erfolg. „Wir bleiben die Nummer eins am Standort, in fünf, sechs oder zehn Jahren,“ so der Manager und ergänzte, dass man nachfragestarke Strecken wie Barcelona, Birmingham, Nürnberg und Rom stärker an das Drehkreuz Wien anbinden und öfter anfliegen werde. Nach Barcelona gebe es beispielweise künftig 14 statt 12 Flügen pro Woche. Nach Rom sogar 21 statt 12 in sieben Tagen.

Ottos Ankündigung, die Marktführerschaft langfristig zu verteidigen kann als Replik auf Ryanair-Konzernchef Michael O’Leary verstanden werden. Dieser hatte nur einen Tag zuvor in Wien die Expansionspläne der Ryanair-Tochter Lauda präsentiert und getönt, dass man Austrian in fünf Jahren als größte Airline in der Alpenrepublik ablösen würde. Lauda ist am Flughafen Wien mit einem Marktanteil von zehn Prozent die Nummer zwei hinter Austrian, die 41 Prozent des Marktes auf sich vereint. Im Geschäftsjahr 2020/21 soll die von Niki Lauda gegründete Airline laut O’Leary erstmals eine ausgeglichene Bilanz vorweisen.

Auch Lufthansa übernimmt Strecken

Die vier Flugzeuge der A320-Familie, die Austrian künftig least, kommen zusätzlich zu den bereits angekündigten zehn A320 mit denen die Kurz- und Mittelstreckenflotte ausgebaut werden soll. Sie sollen die gegenwärtig noch 15 DeHavilland Dash-8 der Österreicher ersetzen.

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Bereits im Juli hatte Austrian angekündigt, ihre Crew-Basen in Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg aufgeben. Die gut 200 Mitarbeiter sollen nach Wien wechseln.

Zusätzlich zum verstärkten Eurowings-Engagement abseits von Wien gibt Austrian die Strecken Graz-Frankfurt und Salzburg-Frankfurt zum Jahreswechsel 2019/20 an die Lufthansa Passage ab. Beiden Strecken werden weiterhin 28 mal (Salzburg-Frankfurt) beziehungsweise 26 mal (Graz-Frankfurt) pro Woche bedient, allerdings erhört sich die Kapazität, da Lufthansa größtenteils mit A319 fliegen wird. Austrian will die zwei Embraer-Maschinen, welche aktuell jeweils in Salzburg und Graz stationiert sind, künftig für Flüge ab Wien in das europäische Streckennetz einsetzen.

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Von: dk

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