Das Passagieraufkommen an europäischen Flughäfen ist im April erstmals seit der Corona-Erholung im April 2021 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Rückgang betrug 0,7 Prozent, wie der europäische Flughafenverband ACI Europe mitteilte.
Als Ursachen nennt der Verband den Konflikt im Nahen Osten, den partiellen Wegfall des Ostergeschäfts – der Ferienbeginn fiel 2026 auf März – sowie Streikaktionen im deutschen Markt.
Innerhalb des EU-Markts wuchs das Passagieraufkommen den Angaben zufolge noch um 0,6 Prozent. Außerhalb des EU-Raums brach es um 7,6 Prozent ein. Israelische Flughäfen verzeichneten ein Minus von 73,4 Prozent, türkische Airports sanken um 5,1 Prozent.
Unter den großen EU-Märkten schnitten Spanien (Plus 3,7 Prozent) und Italien (Plus 2,2 Prozent) am besten ab. Deutschland (Minus 8,5 Prozent), Großbritannien (Minus 2,1 Prozent) und Frankreich (Minus 0,9 Prozent) verzeichneten Rückgänge.
Große Hubs besonders betroffen
Unter den großen europäischen Drehkreuzen legten nur Barcelona (Plus 4,1 Prozent), Madrid (Plus 3,3 Prozent) und Amsterdam (Plus 2,7 Prozent) zu, so ACI Europe. München verlor 16,4 Prozent, Frankfurt 11 Prozent – jeweils maßgeblich durch insgesamt sieben Streiktage im April beeinflusst.
ACI-Europe-Generaldirektor Olivier Jankovec bezeichnete den April als "klaren Wendepunkt". Die Nachfrage bleibe grundsätzlich stark und die Kapazitätskürzungen der Airlines begrenzt. Zudem hätten sich die Befürchtungen vor Kerosinengpässen gelegt.
Als dringendstes operatives Problem nannte er Verzögerungen durch das neue Schengen-Einreise-/Ausreisesystem, das an mehreren Flughäfen zu erheblichen Staus führe.
Das Frachtaufkommen an europäischen Flughäfen sank im April um 5,3 Prozent, die Flugbewegungen gingen um 0,8 Prozent zurück.