Die EU-Kommission hat 130 Airlines für den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) im Jahr 2025 rund 5,2 Millionen kostenlose Zertifikate im EU-Emissionshandel (EU ETS) zugeteilt. Deren Wert beziffert die Kommission auf etwa 430 Millionen Euro.
Unter den deutschen Airlines erhält die Eurowings mit knapp 294.000 Zertifikaten die meisten. Europaweit belegt die Airline damit Rang fünf. Mehr Zertifikate bekamen lediglich Ryanair mit gut 765.000, die niederländische Transavia mit rund 589.000, Vueling mit 373.000 und Air France mit 362.000. Dahinter erst folgt Lufthansa mit etwas über 179.000 Zertifikaten auf Platz sechs.
Zu den Zertifikaten kommt ein weiterer Vorteil von rund 135 Millionen Euro hinzu. Er entsteht, weil Airlines für getanktes SAF auf Flügen im Geltungsbereich des Emissionshandels keine Zertifikate abgeben müssen. Insgesamt beläuft sich die Unterstützung für den SAF-Einsatz 2025 damit nach Angaben der Kommission auf etwa 565 Millionen Euro.
SAF-Allowances für deutsche Airlines
Eurowings bekommt für den Einsatz von nachhaltigen Flugtreibstoffen (SAF) im Jahr 2025 genau 293.729 EU-ETS-Zertifikate kostenlos, Lufthansa bekommt 179.254. Auf EAT Leipzig entfallen 97.553 Zertifikate. Die Condor kommt auf 38.612, die Discover auf 32.919 und die Tuifly auf 20.115. Kleinere Mengen erhalten Marabu mit 6817, Lufthansa City Airlines mit 4671, Lufthansa Cargo mit 622 und Aerologic mit 602 Zertifikaten.
Zusammen summieren sich die Zuteilungen dieser deutschen Gesellschaften auf 668.077 Zertifikate. Im deutschsprachigen Raum stehen außerdem die Austrian Airlines mit 78.358 und die Swiss mit 54.022 Zertifikaten auf der Liste. Die Easyjet Switzerland kommt auf 14.909, die Edelweiss auf 13.602.
Die kostenlose Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten soll die Preisdifferenz zwischen fossilem Kerosin und SAF ausgleichen. Sie gilt für Flüge, die dem EU-Emissionshandel unterliegen. Alle Airlines würden dabei gleich behandelt, erklärte die Kommission. Die Empfänger sind nach EU-Recht angehalten, die Förderung öffentlich sichtbar zu machen.
Eingeführt hatte die EU den Mechanismus 2023 mit der Reform der Emissionshandelsrichtlinie. Seit 2024 stehen dafür insgesamt 20 Millionen Zertifikate im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro bereit.
Im Juli hatte die Kommission im Zuge der Überarbeitung des Emissionshandels vorgeschlagen, den Topf um weitere 110 Millionen Zertifikate aufzustocken. Diese stammen aus einer Reserve, die ansonsten für die breitere Anwendung auf den Luftverkehr vorgesehen ist. Die Kommission beziffert den Wert auf rund 15 Milliarden Euro. Das Geld soll neben SAF auch die Elektrifizierung sowie Maßnahmen gegen die Nicht-CO2-Effekte des Luftverkehrs unterstützen.
Die Airlines hatten für das vergangene Jahr insgesamt mehr als 530.000 Tonnen SAF angemeldet. Dabei handelte es sich um Biokraftstoffe und fortschrittliche Biokraftstoffe. Der Kommission zufolge entspricht das einer CO2-Einsparung von etwa 1,7 Millionen Tonnen.