Easyjet bleibt auch im kommenden Winterflugplan die führende Airline in der Hauptstadt. Allerdings mit rund 500.000 angebotenen Plätzen weniger als im Winter 2018/19, wie aus einer Analyse der OAG-Daten hervorgeht. Insgesamt bieten die Briten damit knapp über fünf Millionen Plätze von und nach Berlin an.
Dabei fällt auf, dass die Airline am Flughafen Berlin-Schönefeld ihre Kapazitäten stärker zurückfährt als am Berliner Flughafen Tegel. Dazu teilte die Fluggesellschaft gegenüber airliners.de mit: "Wir werden unsere Kapazitäten in Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld umverteilen, da wir einige neue Strecken zu einer Reihe von Urlaubs- und Geschäftsreisezielen in den Flugplan aufgenommen haben."
| Airport | WFP 18/19 | WFP 19/20 | Differenz |
|---|---|---|---|
| TXL | 1865232 | 1759956 | -105276 |
| SXF | 919056 | 743868 | -175188 |
| BER | 2784288 | 2503824 | -280464 |
Die Grafik vergleicht die von Easyjet angebotenen Sitzplatzkapazitäten bei Abflügen ab Berlin im Winterflugplan 2018/19 mit dem mit dem kommenden Winterflugplan 2019/20.Quelle: CH-Aviation.com/ OAG
Easyjet setzt dabei, wie auch schon im Sommerflugplan auf 35 stationierte Maschinen in der Hauptstadt. Am Berliner Cirtyairport Tegel sind es 23 Jets, während die Airline am kleineren Berliner Airport in Schönefeld zwölf Maschinen stationieren wird, bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage von airliners.de.
Im Winter 86 Destinationen ab Berlin
Insgesamt hat der Billigflieger 86 Strecken im Angebot. Davon entfallen 46 auf den Flughafen-Tegel. Die Verbindung vom ehemaligen Air-Berlin-Drehkreuz nach Warschau wird hingegen nicht mehr angeboten und auch die Route Tegel-Helsinki wird von sieben auf zwei Umläufe pro Woche reduziert. Neu ab Tegel sind hingegen Are Östersund, Brüssel, Funchal und Nantes.
Vom Flughafen Schönefeld starten die orange-weißen-Maschinen im Winter nach Las Palmas und Marrakesch. Insgesamt bietet die Point-to-Point-Airline damit 40 Strecken ab Schönefeld an, teilte die Sprecherin mit. Damit bestätigt sich, was Easyjet-Deutschland-Chef Stephan Erler bereits im April sagte: "Leisure-Ziele eher ab Schönefeld und Business eher ab Tegel."
Gleichzeitig bedient Easyjet auch im kommenden Flugplan wieder zehn Destinationen von beiden Berliner Airports. Dabei handelt es sich um die Destinationen Basel, Faro, Kopenhagen, London-Gatwick, Mailand-Malpensa, Palma de Mallorca, Paris-Charles de Gaulle, Stockholm, Tel Aviv, Wien. Easyjet wies allerdings darauf hin, dass die Route von Schönefeld nach Wien nur bis 3. November angeboten werde. Die Strecke wird im Sommerflugplan wieder angeboten
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Die durchschnittliche Auslastung der Easyjet-Maschinen in Berlin lag nach airliners.de-Informationen im ersten Halbjahr 2019 bei über 80 Prozent, was einer Steigerung von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Trotz aller Probleme mit der Flughafeninfrastruktur und den Herausforderungen rund um die Air-Berlin-Teilübernahme zeigte sich Easyjet-Manager Erler bereits im April mit der Performance in der Hauptstadt zufrieden. So sei die durchschnittliche Auslastung auf den Flügen von und nach Berlin zuletzt deutlich gestiegen, von 66 Prozent im Januar auf jetzt 88 Prozent. "Das ist jedoch immer noch geringer als insgesamt", so Erler.
Easyjet fliegt bereits seit 2004 nach Berlin. Mit der Übernahme eines Teils des Air-Berlin-Angebots hatte sich der Marktanteil in der Region Anfang 2018 allerdings auf einen Schlag drastisch erhöht. "Easyjet ist jetzt die größte Airline in Berlin", so Erler. Rund 1500 Mitarbeiter würden in der deutschen Hauptstadt für Easyjet arbeiten. Damit sei Berlin insgesamt nach London der zweitgrößte Standort für Easyjet.