Easyjet hebt dank starker Nachfrage im wichtigen Sommergeschäft ihre Jahresziele für die Urlaubssparte an. Allein für den "Easyjet Holidays"-Bereich geht Easyjet nun von einem Gewinn von 180 Millionen Pfund (rund 214 Millionen Euro) im Gesamtjahr aus statt von 170 Millionen.
Im dritten Quartal (zum 30. Juni) ihres Geschäftsjahres 2023/24 erzielte Easyjet insgesamt einen Vorsteuergewinn von 236 Millionen Pfund, ein Plus von 16 Prozent. Der Umsatz pro Sitzplatz legte um ein Prozent zu.
"Wir sind auf dem besten Weg, einen weiteren Rekordsommer zu liefern, der uns unseren mittelfristigen Zielen einen Schritt näherbringt", sagte Vorstandschef Johan Lundgren.
"Es wird Teile des Netzwerks und einige Flüge geben, die günstiger sind als im letzten Jahr, aber einige, die etwas teurer sind", sagte Lundgren weiter. "Aber im Durchschnitt ist das Preisumfeld sehr ähnlich zu dem, was wir im vergangenen Jahr gesehen haben."
In den Monaten April bis Juni zählte Easyjet gut 25,3 Millionen Passagiere und damit acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Auslastung der Flugzeuge erhöhte sich leicht von 89,6 Prozent im Vorjahr auf 90,0 Prozent. Während der Umsatz um elf Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund stieg, wuchsen die Treibstoffkosten mit sieben Prozent auf 625 Millionen Pfund weniger stark.
Bei Anlegern kam das gut an: Easyjet-Aktien stiegen zeitweilig um bis zu neun Prozent. Konkurrent Ryanair hatte zu Wochenbeginn nach einem Gewinneinbruch im Quartal vor weiter sinkenden Ticketpreisen gewarnt. Obwohl die Nachfrage stark sei, blieben die Preise niedriger als erwartet. Die Verbraucher seien sparsamer und vorsichtiger, hatte Ryanair erklärt.
Der CEO von Ryanair, Michael O'Leary, sagte gegenüber "Reuters", er glaube nicht, dass die "leicht bessere" Leistung von Easyjet auf grundlegende Probleme bei Ryanair hinweise, sondern auf die schwächeren Vorjahresvergleiche und das langsamere Verkehrswachstum des Rivalen zurückzuführen sei.
Während Urlauber nach wie vor in Scharen zu Reisezielen auf der ganzen Welt strömen, sind die Fluggesellschaften gezwungen, Preisnachlässe zu gewähren, um ihre Flugzeuge zu füllen. Doch nach Angaben von Easyjet nehmen die Buchungen für das vierte Quartal weiter zu, 69 Prozent der Flüge seien bereits verkauft.