Am belgischen Flughafen Lüttich ist der Flugverkehr am Freitagmorgen wegen einer Drohnen-Sichtung erneut vorübergehend eingestellt worden. Der Luftverkehrskontrolldienst Skeyes teilte mit, er habe gegen 6:30 Uhr einen Bericht über eine über dem Flughafen gesichtete Drohne erhalten. Der Airport sei daraufhin für etwa 30 Minuten geschlossen worden.
"Wir müssen jeden Bericht ernst nehmen", sagte Kurt Verwilligen, ein Sprecher des Dienstes. Mittlerweile seien die Flüge wieder aufgenommen worden.
Bereits am Donnerstag war am schwedischen Flughafen Göteborg-Landvetter der Flugverkehr wegen der Sichtung einer oder mehrerer Drohnen eingestellt worden. "Der Luftraum über Landvetter ist derzeit wegen Hinweisen auf eine mutmaßliche Drohne geschlossen", sagte die Betriebschefin des Flughafenbetreibers Swedavia, Susanne Norman.
Einem Sprecher der schwedischen Polizei zufolge ging die Meldung über die mutmaßliche Sichtung von Drohnen um 18:41 Uhr ein. Es seien Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Sabotage am Flugverkehr eingeleitet worden. Der Flughafen Göteborg-Landvetter ist nach Angaben des Betreibers Swedavia der zweitgrößte des Landes nach Stockholm-Arlanda.
Brüssel-Airport am Donnerstag erneut gesperrt
Auch der Flughafen Brüssel hatte am Donnerstagabend den Flugverkehr wegen der Sichtung von Drohnen vorübergehend ausgesetzt. Am Abend sei der Betrieb wieder aufgenommen worden, teilte die Flughafen-Verwaltung mit. Eine Maschine aus Alicante sei nach Amsterdam umgeleitet worden, weil der Luftraum über der belgischen Hauptstadt gesperrt gewesen sei.
Medienberichten zufolge wurden auch in anderen Teilen des Landes Drohnen gesichtet, unter anderem auf einem Militärstützpunkt.
Die belgische Regierung hatte am Donnerstagmorgen ein Krisentreffen einberufen. Grund dafür waren Drohnen-Sichtungen, die bereits am Dienstagabend zur Schließung von Flughäfen und eines Militärflugplatzes geführt hatten. Das Verteidigungsministerium hatte dies als koordinierten Angriff bezeichnet.
Bundeswehr unterstützt Belgien bei Drohnenabwehr
Deutschland hat Belgien kurzfristige Unterstützung bei der Drohnenabwehr durch die Bundeswehr zugesagt. Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, auf Bitten Belgiens werde die Bundeswehr kurzfristig das Nachbarland bei der Drohnenabwehr unterstützen. Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, hätten entschieden, dass die Bundeswehr Belgien kurzfristig mit Counter-small Unmanned Aircraft Systems-Fähigkeiten unterstützt. Erste Vorauskräfte der Luftwaffe seien bereits in Belgien eingetroffen, um die Lage zu erkunden und den zeitlich begrenzten Einsatz mit Drohnendetektions- und Drohnenabwehrfähigkeiten mit den belgischen Streitkräften abzustimmen.
In den vergangenen Monaten hatten Drohnen in mehreren europäischen Ländern wiederholt für größere Störungen und vorübergehende Schließungen von Flughäfen gesorgt. Einige Experten machten für die Vorfälle eine hybride Kriegsführung durch Russland verantwortlich. Die Regierung in Moskau wies jede Verbindung zu den Vorfällen zurück.