Chinas Luftfahrtbehörde verbietet ab Samstag Passagieren das Mitführen von Powerbanks ohne chinesische Sicherheitszertifizierung an Bord von Flugzeugen. Betroffen sind zudem Geräte, die von Herstellern wegen Sicherheitsbedenken zurückgerufen wurden.
Chinas Zivilluftfahrtbehörde teilte mit, Powerbanks müssten deutlich mit der "3C"-Zertifizierung gekennzeichnet sein. Die Abkürzung steht für "China Compulsory Certification", die Behörden für Produkte verlangen, die Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz beeinträchtigen könnten.
Mehrere führende Powerbank-Hersteller in China, darunter Anker und Romoss, haben in diesem Monat Chargen von Batterieprodukten wegen Sicherheitsbedenken zurückgerufen. Chinas Marktregulierungsbehörde hat die 3C-Zertifizierung mehrerer Powerbank- und Batteriezellen-Hersteller widerrufen oder ausgesetzt.
Die Regelung gilt für alle Passagiere, die in China ein Flugzeug besteigen. Sie folgt auf eine Serie von Zwischenfällen mit überhitzenden Lithium-Batterie-Produkten, einschließlich Powerbanks, in Flugzeugen weltweit.
Airlines reagieren zunehmend mit Verboten
Südkorea hatte eine Powerbank als mögliche Brandursache für ein Feuer in einem Flugzeug von Air Busan genannt – der Vorfall ereignete sich im Januar. Im März musste ein Hong-Kong Airlines-Flug von China nach Hongkong in China landen, nachdem ein Feuer in einem Gepäckfach ausgebrochen war.
Seit dem Air-Busan-Zwischenfall verschärfen Fluggesellschaften weltweit ihre Powerbank-Vorschriften. Luftfahrtregeln besagen in der Regel, dass Powerbanks im Handgepäck mitgeführt werden sollen. Zunehmend verbieten Airlines jedoch deren Nutzung an Bord und verlangen, dass sie sichtbar aufbewahrt werden, um Probleme sofort zu erkennen.
China verbietet Passagieren bereits seit 2014, Geräte während des Fluges mit Powerbanks aufzuladen.
Lithium-Batterien in Geräten wie Laptops, Mobiltelefonen, elektronischen Zigaretten und Powerbanks können Rauch, Feuer oder extreme Hitze entwickeln, wenn Herstellungsfehler oder Schäden zu Kurzschlüssen führen.
Im vergangenen Jahr hatte die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA weltweit alle zwei Wochen drei Zwischenfälle mit überhitzenden Lithium-Batterien in Flugzeugen registriert. 2018 war es noch knapp ein Vorfall pro Woche gewesen.