Boeing hat die Verschiebung der Auslieferung seiner neuen Großraummaschine 777X angekündigt.
Man habe die Kunden darüber informiert, dass sich die erste Auslieferung der 777X aufgrund von Herausforderungen bei der Entwicklung, Flugtestpausen und Arbeitsunterbrechungen verzögern werde.
Die erste Auslieferung einer 777-9 erwartet der Konzern jetzt statt zuletzt 2025 erst 2026. Bei der Frachtmaschine 777-8 soll es bis 2028 dauern.
Boeing hatte bereits Probleme mit der Zertifizierung der 777X, was die Markteinführung des Flugzeugs bereits erheblich verzögert hat.
767 wird eingestellt
Boeing wird zudem das 767-Frachterprogramm einstellen, nachdem die verbleibenden 29 bestellten Flugzeuge im Jahr 2027 fertiggestellt und ausgeliefert sein werden. Die Produktion des Tankflugzeugs KC-46A auf 767-Basis soll jedoch fortgesetzt werden.
"Während unser Unternehmen mit kurzfristigen Herausforderungen konfrontiert ist, treffen wir wichtige strategische Entscheidungen für unsere Zukunft", teilte der neue Boeing-CEO Kelly Ortberg am Freitag in einer Erklärung an die Beschäftigten mit.
Man habe eine klare Vorstellung davon, "was wir tun müssen, um unser Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen", so Ortberg, der gleichzeitig den Abbau von etwa 17.000 Arbeitsplätzen angekündigte.
Aktuell befindet sich der US-Flugzeugbauer in einer Ausnahmesituation. Wegen bereits seit Mitte September andauernden Streiks kam die Montage der Boeing-Maschinen 737 Max, 767 und 777 praktisch zum Erliegen.
Der kriselnde US-Flugzeughersteller ist jedoch nicht nur wegen des Streiks finanziell angeschlagen. Schon vor dem Arbeitskampf hatte Boeing zahlreiche Probleme, die auch die Sicherheit seiner Maschinen betraf.
Lufthansa betroffen
Die 777X-Verzögerung betrifft unter anderem Lufthansa. Die deutsche Airline hat 20 der neuen Langstreckenflugzeuge mit den Knickflügeln bestellt. Eigentlich sollten diese schon seit rund vier Jahren fliegen.
Zuletzt hatte Lufthansa ihre Planungen im Zuge der aktuellen Boeing-Probleme bereits auf eine Einflottung ab Ende 2026 umgestellt. Bis die neuen Flugzeuge eintreffen, muss der Konzern kostspielig mit älteren Flugzeugen operieren.