Boeing sieht ungebrochene Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen – anders als Airbus, © DPA/Scott Brauer
Boeing-Flugzeuge stehen in verschiedenen Stadien der Fertigung vor der Boeing Renton Factory in Renton, Washington, USA. © DPA / Scott Brauer
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2024\/03\/5fb0da00372cdd5f-b4LHiL__wide__824?v=1710327789","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Scott Brauer"},"caption":"Boeing-Flugzeuge stehen in verschiedenen Stadien der Fertigung vor der Boeing Renton Factory in Renton, Washington, USA."}

Boeing hält trotz der Folgen des Iran-Kriegs und höherer Zollschranken an seiner Prognose für die weltweite Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen fest. Wie der US-Flugzeugbauer kurz vor Beginn der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough mitteilte, rechnet er in den kommenden 20 Jahren weiterhin mit einer anhaltend starken globalen Nachfrage.

Zwischen 2026 und 2045 sollen demnach insgesamt 43.625 neue Passagier- und Frachtmaschinen ausgeliefert werden – davon 33.545 Schmalrumpfjets, 7715 Großraumflugzeuge, 930 werkseitig gebaute Frachter und 1435 Regionaljets.

Damit weicht Boeing kaum von seiner Prognose aus dem Vorjahr ab. Der europäische Rivale Airbus hatte seine eigene Prognose dagegen erst kürzlich um ein Prozent auf 42.060 neue Flugzeuge gesenkt und dies mit den Folgen des Iran-Kriegs sowie höheren Zollschranken begründet.

Für das laufende Jahr rechnet Boeing beim weltweiten Passagieraufkommen mit einem Wachstum von nur noch 2,3 Prozent – nach 5,3 Prozent im Vorjahr. Für 2027 erwartet der Konzern eine Erholung auf sechs bis sieben Prozent, für 2028 auf fünf bis sechs Prozent.

"Unser Ausblick ist, dass der weltweite Passagierverkehr bis Ende 2028 dort stehen wird, wo er ohne die jüngsten Krisen längst gewesen wäre", sagte Darren Hulst, Vize-Marketingchef der Verkehrsflugzeugsparte von Boeing, gegenüber Reportern. Die aktuelle Abschwächung unterscheide sich von dem mehrjährigen Nachfrageschock durch die Corona-Pandemie. Fluggesellschaften und Leasingfirmen seien zudem vorsichtiger bei der Ausweitung ihrer Kapazitäten geworden, seit der Iran-Krieg Öl deutlich verteuert habe.

Wachstum über zwei Jahrzehnte

Langfristig rechnet Boeing über die kommenden 20 Jahre mit einem jährlichen Wachstum des Passagierverkehrs um vier Prozent, der Frachtverkehr soll um 3,7 Prozent zulegen. Die weltweite Flugzeugflotte soll von rund 28.000 Maschinen im Jahr 2025 auf 50.000 im Jahr 2045 wachsen, wobei der Anteil neuerer Flugzeuggenerationen von 32 Prozent auf 92 Prozent steigen soll. Der Weltwirtschaft unterstellt Boeing dabei ein jährliches Wachstum von 2,5 Prozent.

Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen wächst laut Boeing weiterhin schneller, als die Hersteller liefern können. Das Passagieraufkommen habe sich im vergangenen Jahr zwar wieder auf das Vorpandemie-Niveau erholt, die Auslieferungen neuer Jets lägen aber weiter unter dem Niveau von 2018, so Hulst. Der Konzern schätzt den Lieferrückstand zu Beginn des Jahres 2026 auf rund 2000 Maschinen. Der Engpass bei Schmalrumpfjets dürfte sich demnach bis zum Ende des Jahrzehnts hinziehen, während der Mangel an Großraumflugzeugen bis in die frühen 2030er Jahre andauern könnte.

Dem Ausblick liegt eine nahezu ausgeglichene Verteilung zwischen Ersatz- und Wachstumsbedarf zugrunde: 21.475 Auslieferungen sollen ältere Flugzeuge ersetzen, 22.150 dem Ausbau der Flotten dienen.

Bei der regionalen Verteilung der Auslieferungen rechnet Boeing mit einem Anteil Chinas von 21 Prozent, gefolgt von Eurasien mit 20 Prozent sowie Nordamerika und Süd- und Südostasien mit jeweils 19 Prozent. Auf den Nahen Osten und Afrika sollen zusammen 10 Prozent der Auslieferungen entfallen, auf Lateinamerika sechs Prozent und auf Ozeanien und Nordostasien fünf Prozent.

Lieferengpässe und Zulassungsprobleme

Der Ausblick zeige einen Markt, der sich zwar von wiederholten Schocks erhole, aber weiterhin durch begrenzte Produktionskapazitäten und anfällige Lieferketten gebremst werde. Zusätzlich belasten Verzögerungen bei der Zulassung wichtiger Programme wie der Boeing 737 Max 7 und 10 sowie der 777-9 den Konzern.

Der langfristige Nachfragetrend werde weiterhin von Handel, Tourismus, Migration und dem Ausbau der Streckennetze der Fluggesellschaften gestützt, sagte Hulst. "Der Grund, warum wir reisen, und der Grund, warum Güter transportiert werden, ändert sich nicht", so Hulst.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 29/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 29/2026
Ankunft der deutschen Nationalmannschaft nach dem dritten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador am Flughafen Smith Reynolds., © DPA/Christian Charisius
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/5fb9b4009f734a36-OYWzFF__square__360?v=1782741123","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Christian Charisius"},"caption":"Ankunft der deutschen Nationalmannschaft nach dem dritten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador am Flughafen Smith Reynolds."}

Warum der Fußball höher fliegt als die deutsche Reiselust

Gedankenflüge Aerolíneas Argentinas verkauft binnen Stunden Sonderflüge zum WM-Finale – während die deutsche Reisebranche mit trüber Stimmung kämpft. Ein Plädoyer dafür, was Fußball und Flugverkehr voneinander lernen könnten. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

2 min
Ausgabe lesen
Artikel 4 – Volodymyr Bilotkach: Open Skies USA–EU, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/open-skies-usa-eu-EYgvTj__square__242?v=1782229812","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ KI"},"caption":"Artikel 4 \u2013 Volodymyr Bilotkach: Open Skies USA\u2013EU"}
Analyse der Augenposition, © airliners.de/Andreas Sebayang
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/dsc-8533-BZt50y__square__242?v=1784638333","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ Andreas Sebayang"},"caption":"Analyse der Augenposition"}
Einmal im Monat veröffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne., © dpa/Fotomontage: airliners.de
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2013\/07\/luftrecht_d2c01526df6ecea1e4aa59d883f5f9bb__square__242?v=1784720191","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dpa\/ Fotomontage: airliners.de"},"caption":"Einmal im Monat ver\u00f6ffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne."}
Luftrechtskolumne (144)

Was sind eigentlich Service Bulletins?

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

AEROTHRIVE GmbH

Aviation Training Certificates Boosting Your Career!

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil