Boeing hat in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres 284 Nettobestellungen verbucht – bereinigt um Stornierungen und Umwandlungen. Das ist der höchste Wert für diesen Zeitraum seit 2014, wie der US-Flugzeughersteller am Dienstag in Seattle mitteilte.
Allein im April gingen 135 Nettobestellungen ein und damit annähernd so viele wie in den ersten drei Monaten des Jahres zusammen. Zu den April-Aufträgen zählten 57 Boeing 737 Max und 51 Boeing 787 – überwiegend von nicht genannten Kunden – sowie 28 Bestellungen des 777X von ebenfalls unbekannten Abnehmern.
Im Vergleich mit dem europäischen Konkurrenten Airbus bleibt Boeing jedoch zurück. Airbus verbuchte im selben Zeitraum nach Stornierungen 405 Bestellungen und lieferte im April zudem 67 Flugzeuge aus.
Auslieferungen leicht gestiegen
Boeing übergab im April 47 Maschinen an Kunden – eine mehr als im Vormonat. Davon entfielen 34 auf die 737 Max und sechs auf die 787. Auslieferungen gelten als wichtiger Kennwert für Investoren, da Kunden den Großteil des Kaufpreises erst bei Übergabe der Maschine entrichten.
Bei der 787 bremsen weiterhin Zertifizierungsverzögerungen für Premium-Sitze das Auslieferungstempo. Finanzchef Jay Malave hatte zuletzt in einer Analysten-Telefonkonferenz bekräftigt, dass Boeing für das Gesamtjahr dennoch mit 90 bis 100 Auslieferungen der 787 rechne.
777-9 absolviert ersten Passagierflug
Ein weiterer Meilenstein: Am 7. Mai flog die erste für den Passagierbetrieb konfigurierte Boeing 777-9 erstmals. Das Flugzeug wurde von der Lufthansa bestellt. Ursprünglich war der Erstflug bereits für April geplant gewesen, Verschiebungen im Testprogramm sind bei der Zulassung neuer Flugzeugtypen jedoch nicht ungewöhnlich. An der Zertifizierung des seit Jahren verzögerten Typs arbeitet Boeing weiter.