Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat den Zwischenfall mit einer Boeing 787-9 der Vietnam Airlines am Flughafen München näher erläutert. Die Maschine sei am Samstag um 13:57 Uhr auf der Piste 26L gestartet und habe erst spät abgehoben, teilte die Behörde in einer Mitteilung mit. Verletzt wurde niemand.
Zum Moment kurz vor dem Abheben hieß es in der Mitteilung: "Während der Rotationsphase berührte das Heck den Boden." Die BFU habe zudem am Ende der Piste Reifenspuren identifiziert, die der Maschine zugeordnet werden könnten.
Die Boeing hob im letzten Moment noch ab, nachdem der Pilot die Flugzeugnase hochgezogen hatte. Zwei Stunden später, um 15:58 Uhr, landete sie auf der Piste 26R wieder am Flughafen München. Am Fahrwerk war dabei Qualm zu sehen, mehrere Reifen waren geplatzt. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt.
Warum die Maschine nicht ausreichend beschleunigen konnte, ist weiterhin unklar. Vietnam Airlines sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem.
Ermittler aus Vietnam und den USA beteiligt
Die Experten der BFU in Braunschweig untersuchen derzeit die Flugschreiber des "Dreamliners". "Das Auslesen und die Analyse der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", hieß es.
An der Untersuchung sind laut der BFU auch entsprechende Stellen in Vietnam und den USA beteiligt, wo der Flugzeughersteller Boeing ansässig ist.
Welche Gründe zu dem Zwischenfall führten, ist nach Angaben der Behörde noch offen. "Es müssen noch weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie den organisatorischen Einflussfaktoren ermittelt werden", teilte die BFU mit. In einem Untersuchungsbericht werde die Behörde die Fakten analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und die Ursachen des Vorfalls nennen.
Die BFU erklärte, ihre Erkenntnisse dienten nur dazu, künftig derartige Vorfälle und Störungen zu vermeiden. "Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen", stellte die Behörde klar.