Eine Boeing 787-9 der Vietnam Airlines ist am Samstag beim Start in München über das Ende der Startbahn hinausgerollt.
Dabei touchierte das Heck den Boden, große Staub- und Schmutzwolken wirbelten auf, wie ein Video des Vorfalls zeigt.
Unbestätigten Angaben nach hob die Maschine erst rund 100 Meter hinter dem Ende der Startbahn ab, bereits im Gras auf Höhe der ersten Reihe der Anflugbefeuerung, die bei den Vorfall beschädigt wurde.
Die Maschine mit dem Kennzeichen VN-A867 stieg anschließend auf 10.000 Fuß Flughöhe, die Besatzung meldete eine Reifendruck-Anzeige und die Notwendigkeit, Treibstoff abzulassen. Anschließend flog die Maschine zwei Anflüge auf die nördliche Start- und Landebahn, ehe sie gut 90 Minuten nach dem Start landete und auf der Bahn stehenblieb.
Flughafen und Airline äußern sich
Ein Flughafensprecher bestätigte Schäden an Reifen und Fahrwerk der Maschine. Der Jet sei planmäßig für den Flug VN 34 nach Hanoi auf die südliche Start- und Landebahn gerollt, habe dann aber ungewöhnlich lange gebraucht, bis er abgehoben sei, erläuterte der Sprecher.
Weil das beschädigte Flugzeug abgeschleppt werden musste, blieb die Bahn vorübergehend gesperrt. Von dort geplante Flüge werden auf die südliche Bahn verlegt, es kann zu Verspätungen kommen.
Die Passagiere hätten die Maschine auf dem Rollfeld verlassen und seien in das Terminal zurückgebracht worden, Verletzte habe es nicht gegeben. Ein Vertreter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wurde hinzugezogen.
Vietnam Airlines teilte mit, der Flug sei wegen eines technischen Problems zum Startflughafen zurückgekehrt. Die Besatzung habe alle vorgeschriebenen Verfahren befolgt und die Maschine sicher gelandet, Passagiere und Kabinenbesatzung seien wohlauf.
Die Airline stimme sich mit den zuständigen Behörden über die Inspektion des Flugzeugs ab und kümmere sich um die Weiterreise der Passagiere. Vietnam Airlines entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten.