Bayern hat in Erding bei München ein Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der Landespolizei eröffnet. Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) eröffneten die Einrichtung am Montag.
"Im DKAZ bündeln wir gezielt vorhandene Kompetenzen und verknüpfen modernste Technik mit praxisnaher polizeilicher Einsatzfähigkeit", sagte Herrmann. Die Einrichtung arbeite eng mit Bundespolizei und Bundeswehr zusammen, die in der Nähe ansässig sind. "Wir sind das erste Bundesland, das alles an einer Stelle bündelt", sagte Söder.
Das Zentrum startet mit 40 Einsatzkräften und soll laut Söder später auf 100 ausgebaut werden. Es liegt unweit des Münchner Flughafens sowie des ehemaligen Erdinger Militärflugplatzes, auf dem die Bundeswehr seit Februar ein eigenes Innovationszentrum für Drohnen und deren Abwehr betreibt.
Flughäfen wiederholt durch Drohnen gestört
An Deutschlands zweitgrößtem Airport war der Betrieb wie auch an anderen europäischen Flughäfen wiederholt durch unerlaubte Drohnenflüge lahmgelegt worden. Unerlaubte Drohnenflüge – teils durch Hobbypiloten, teils durch ausländische Agenten – gelten als zunehmende Sicherheitsherausforderung.
Bund und Länder hatten zur Koordinierung bereits ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin eingerichtet. Das bayerische DKAZ ist mit dem Berliner Zentrum vernetzt und tauscht sich mit wissenschaftlichen Einrichtungen und der Bundeswehr aus.
Die Drohnenabwehr im Inland obliegt primär den Landespolizeien. Der Bundespolizei sind Flughäfen, Bahnanlagen und Grenzschutz vorbehalten, die Bundeswehr darf nur Amtshilfe leisten. Mehrere Gesetzesänderungen haben den Einsatz von Gegenmaßnahmen wie Störsendern oder Abschuss geregelt.