Vertreter von Politik und Deutscher Bahn gaben den symbolischen Start für den Bau des Pfaffensteigtunnels. Der rund elf Kilometer lange Bahntunnel soll künftig die Gäubahn von Böblingen aus unter der Filderebene hindurch bis zum neuen Fernbahnhof am Flughafen Stuttgart führen. Von dort aus sollen die Züge dann über den Fildertunnel in den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof geleitet werden.
Laut Bahn soll der Tunnel eine rund 15 Minuten kürzere Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich ermöglichen und auch die Anschlüsse entlang der Strecke verbessern. Von 2033 an sollen die Züge den neuen Tunnel nutzen können. Im Bundeshaushalt sind für das Projekt Kosten in Höhe von 1,69 Milliarden Euro eingeplant.
"Wir wollen eine leistungsfähige Gäubahn, schnellere Verbindungen zwischen Stuttgart und Zürich und bessere Anschlüsse für die Reisenden in der gesamten Region", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Mit dem Tunnel schaffe man dafür die Voraussetzungen und mache die Gäubahn fit für den Deutschlandtakt. Dieser sieht vor, dass auf allen wichtigen Hauptverkehrsachsen jede halbe Stunde ein Zug fährt.
Mit diesem Projekt rücke man die Region näher zusammen und verbessere die Anbindung an Flughafen und Fernverkehr, sagte die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla.
Erste Arbeiten für den Bau des Tunnels laufen einem Bahnsprecher zufolge bereits. Die großen Tunnelbohrmaschinen, die dann die Hauptarbeit übernehmen, sollen den Angaben zufolge im Sommer 2027 in Betrieb genommen werden.
Pro Bahn sieht Engpass südlich von Horb
Kritiker monieren, dass die Bahn mit dem Tunnel die falschen Prioritäten setze. Nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn ist der größte Engpass der Gäubahn-Strecke der eingleisige Abschnitt südlich von Horb. Dieser sorge regelmäßig für Verspätungen. Zudem bezweifeln einige Kritiker, dass der Bau des Tunnels wirklich wirtschaftlich sei.
Als Gäubahn wird die Eisenbahnstrecke von Stuttgart über Böblingen, Horb und Singen weiter nach Zürich bezeichnet. Die Bahnverbindung wird bislang über die sogenannte Panoramabahn zum oberirdischen Kopfbahnhof geführt. Weil diese Strecke aber keine Anbindung an den neuen Tiefbahnhof bekommt, müssen die Züge künftig anders geleitet werden.
