Airbus hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und ist damit auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte um mehr als die Hälfte auf gut 2,4 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit knapp 1,7 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie Airbus in Toulouse mitteilte.
Auch für das erste Halbjahr insgesamt fiel die Bilanz besser aus als gedacht, nachdem das erste Quartal noch einen deutlichen Gewinneinbruch gebracht hatte: Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit um 24 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 240 Millionen Euro weniger Ebit und 280 Millionen Euro weniger Umsatz gerechnet.
"Wir fahren die Produktion in allen Geschäftsbereichen hoch, um der wachsenden Nachfrage nach unseren zivilen und militärischen Lösungen gerecht zu werden", sagte Vorstandschef Guillaume Faury. Vor allem die Auftragsbücher für Passagier- und Frachtflugzeuge seien prall gefüllt.
Airbus bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr: rund 870 auszuliefernde Flugzeuge, ein bereinigtes Ebit von 7,5 Milliarden Euro und ein freier Mittelzufluss von rund 4,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr war diese Kennziffer – wie in der Branche üblich – mit 1,17 Milliarden Euro noch negativ. Finanzchef Thomas Toepfer erklärte, das liege vor allem an den höheren Lagerbeständen, die der Konzern aufgebaut habe.
Rekordlieferungen und voller Auftragsbestand
Im ersten Halbjahr lieferte Airbus 351 Verkehrsflugzeuge aus, 35 mehr als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal allein waren es mit 237 Maschinen 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – ein Rekordwert für ein Quartal. In der zweiten Jahreshälfte müssen deutlich mehr Auslieferungen folgen, damit Airbus wie geplant auf rund 870 Jets im Gesamtjahr kommt. Damit würde der Hersteller seinen bisherigen Rekord von 863 Maschinen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 übertreffen.
Ende Juni lag der Auftragsbestand bei mehr als 9200 Maschinen – das reicht rechnerisch für mehr als zehn Jahre Produktion.
Entspannung im Streit mit Pratt and Whitney
Airbus ringt seit Jahren mit Triebwerksherstellern und anderen Zulieferern darum, genügend Teile für den Ausbau seiner Passagierjet-Produktion zu bekommen. Vor allem die Kapazitäten für die Mittelstreckenjets der A320-Neo-Familie sind auf Jahre hinaus ausgebucht. Im Februar und im April hatte Faury dem Triebwerkshersteller "Pratt & Whitney", einer Tochter des US-Konzerns RTX, öffentlich die Schuld gegeben, dass Airbus seine Produktion nicht schneller ausweiten könne – ein ungewöhnlich scharfer Ton für den sonst zurückhaltenden Manager.
Nun schlug Faury deutlich versöhnlichere Töne an. "Wir sind Partner", sagte er in Toulouse. Für das laufende Jahr sei der Streit um die Zahl der zu liefernden Triebwerke kein Thema mehr, über das kommende Jahr werde noch verhandelt. "Nach 2027 werden wir in einer deutlich normaleren Situation sein", fügte er hinzu. Airbus hält an seinem Ziel fest, die Produktion des Erfolgsmodells A320 Neo bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Maschinen im Monat zu steigern und sie danach dort zu stabilisieren.
Zur genauen Auslieferungsspanne für 2026 präzisierte Faury: "Rund 870" bedeute eine Bandbreite zwischen 850 und 890 Flugzeugen. Man habe ein hohes Maß an Zuversicht, das Ziel zu erreichen. Nach "Reuters"-Informationen peilt der Flugzeugbauer intern inzwischen sogar mehr als 900 Auslieferungen an, während die offizielle Prognose unverändert bleibt.
Für die kommenden Jahre hat sich Faury noch deutlich mehr vorgenommen: Das bereinigte operative Ergebnis soll bis 2029 von zuletzt 7,1 Milliarden Euro (2025) auf dann zwölf bis 13 Milliarden Euro steigen.