Airbus hat in Hamburg-Finkenwerder das erste Flugzeug der A320-Neo-Familie mit dem GTF Advantage von Pratt and Whitney ausgeliefert. Die A321 XLR ging an United Airlines, wie Airbus mitteilte.
Nach Angaben von Airbus verdoppelt sich mit dem GTF Advantage die Time on Wing gegenüber dem bisherigen Getriebefan. Zudem liefert das Triebwerk vier bis acht Prozent mehr Startschub. Davon profitieren laut Airbus vor allem die größten Muster der Familie wie die A321 XLR.
Änderungen vor allem im Kerntriebwerk
Die Überarbeitung setzt laut Airbus in erster Linie am Kerntriebwerk an. Pratt and Whitney habe die Schaufeln von Verdichter und Turbine aerodynamisch optimiert und die aktive Spaltkontrolle der Turbine verbessert. Dadurch ströme mehr Luft durch den Kern.
Neue Beschichtungen sollen die Turbinenschaufeln zudem länger haltbar machen. Auch die Kühlung von Brennkammer und Hochdruckturbine hat der Hersteller neu ausgelegt. Das Triebwerk leistet so mehr, ohne dass die Temperaturen im Kern steigen. Höhere Temperaturen beschleunigen in der Regel den Verschleiß.
Der GTF Advantage ist der neue Produktionsstandard, bis 2028 soll die Fertigung vollständig umgestellt sein. Bisherige PW1100G-JM und die Advantage-Version sind nach Angaben von Airbus untereinander austauschbar. Betreiber können beide Varianten auch gemischt an einem Flugzeug einsetzen.
Nachrüstpaket für Bestandstriebwerke
Für die bereits im Einsatz befindlichen Getriebefans bietet Pratt and Whitney ein Upgrade mit der Bezeichnung Hot Section Plus (HS+) an. Es lässt sich ab Anfang 2027 im Rahmen von Instandhaltungsereignissen einbauen. Damit sollen Betreiber 90 bis 95 Prozent der Haltbarkeitsgewinne des GTF Advantage erreichen.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte das weiterentwickelte Triebwerk im Februar zugelassen. Im April folgte die Zulassung der EASA für die A320-Neo-Familie.