Airbus hat sich mit vier Gewerkschaften in Spanien auf einen vorläufigen Tarifvorschlag verständigt. Das teilten der Flugzeughersteller und Spaniens Industrieminister Jordi Hereu mit. Die Einigung könnte den seit Wochen andauernden Arbeitskampf an den spanischen Airbus-Werken beenden.
Der Vorschlag soll der gesamten Belegschaft in einem bindenden Referendum vorgelegt werden. Das ging aus einem internen Memo hervor, das Airbus per E-Mail an die Beschäftigten in Spanien verschickte. Zustande kam die Einigung mit den Gewerkschaften UGT, ATP, CCOO und SIPA in einem vom Industrieministerium moderierten Treffen. Monatelange Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen waren vorausgegangen.
Nach Angaben Hereus vertreten die Gewerkschaften, die hinter dem Vorschlag stehen, mehr als 80 Prozent der Beschäftigten von Airbus in Spanien. Der Minister bezeichnete die Einigung als "einen großartigen Schritt nach vorn" für die industrielle Zukunft von Airbus in Spanien und als Beleg für den Wert des sozialen Dialogs bei der Sicherung von Stabilität und beim Anziehen künftiger Industrieinvestitionen.
Der Vorschlag sieht laut Hereu den Ausgleich der durch die Inflation verlorenen Kaufkraft zusätzlich zu inflationsgebundenen Lohnerhöhungen vor. Zudem sollen Fragen der Mobilität, der Kantinenversorgung und der Arbeitszeitflexibilität geregelt werden.
Getragen wird der Vorschlag nach Angaben von Airbus von Vorstandsvorsitzendem Guillaume Faury, Personalvorstand Carmen-Maja Rex, dem Präsidenten von Airbus Spanien, Francisco Javier Sánchez Segura, sowie Vertretern der vier Gewerkschaften.