Airbus plant Branchenkreisen zufolge den Jungfernflug für die Frachtversion seines Langstrecken-Flugzeugs A350 für die dritte Septemberwoche. Das sagten Insider am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Zeitplan könnte sich noch bis Anfang Oktober verschieben. Mit dem A350F will der europäische Flugzeugbauer Boeings starke Stellung im Luftfrachtgeschäft aufbrechen.
Eine Sprecherin des französisch-deutschen Flugzeugbauers wollte sich zu den Insiderangaben nicht äußern, verwies aber auf die jüngsten offiziellen Aussagen, wonach der Jungfernflug noch für dieses Jahr geplant sei und die ersten Auslieferungen an Kunden in der zweiten Jahreshälfte 2027 erfolgen sollen.
Ursprünglich hatte Airbus die ersten Testflüge des A350F bereits für das vergangene Jahr geplant und die Indienststellung für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen. Aufgrund von Produktions- und Lieferkettenproblemen wurde der Zeitplan um ein Jahr nach hinten verschoben.
Das Programm war 2021 mit dem Ziel gestartet worden, vier Jahre später die ersten Auslieferungen zu beginnen. Reuters hatte bereits im Mai berichtet, dass Airbus bei den in Spanien gefertigten Frachttüren für den neuen Frachter mit Verzögerungen zu kämpfen habe. Das Fachportal "Leeham News" berichtete zudem in diesem Monat, die Auslieferungen des A350F könnten sich bis 2028 verschieben.
Der Zertifizierungszeitplan gilt als knapp bemessen. Flugerprobungen dauern laut Branchenkreisen üblicherweise zwölf bis 15 Monate, während Airbus bis Ende kommenden Jahres sowohl die Flugtests abschließen als auch die erste Auslieferung an Kunden erreichen will.
Technische Daten und Bestellzahlen
Der Airbus A350F soll bei einer Reichweite von 8700 Kilometern bis zu 111 Tonnen Fracht befördern können und dabei 40 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als Frachtflugzeuge der vorhergehenden Generation.
Airbus hat bislang 107 Exemplare des aus Verbundwerkstoffen gefertigten Leichtbau-Frachters A350F verkauft, verglichen mit 38 Bestellungen für das kleinere und ältere Modell A330F.