Flugbegleiter bei Air Canada haben ein Lohnabkommen mit 99,1 Prozent der Stimmen abgelehnt. Der erbitterte Tarifstreit soll nun durch Mediation beigelegt werden, da weitere Streikmaßnahmen rechtlich ausgeschlossen sind.
Das Kabinenpersonal bei Air Canada und Air Canada Rouge verwarf das Lohnangebot des Unternehmens, wie die Gewerkschaft mitteilte. Unterhändler hatten am zuvor ein vorläufiges Abkommen getroffen, um einen viertägigen Streik zu beenden, der eine halbe Million Passagiere betroffen hatte.
Air Canada und die Canadian Union of Public Employees vereinbarten, dass keine Arbeitsunterbrechungen eingeleitet werden können. Daher wird es weder Streik noch Aussperrung geben, die Flüge werden weiterlaufen, wie die Fluggesellschaft mitteilte.
Der Lohnteil des Abkommens wird nun an die Mediation verwiesen. Sollte auch dort keine Einigung erreicht werden, folgt eine Schiedsgerichtsverhandlung, so Air Canada.
Streit um Bodenzeiten im Fokus
Der Streik rückte die Forderungen nordamerikanischer Flugbegleiter in den Mittelpunkt, für alle Stunden von der Ankunft am Arbeitsplatz bis zum Ende des Dienstes bezahlt zu werden. Flugbegleiter bei Air Canada und mehreren US-Fluggesellschaften wie United Airlines stellen die Vergütungsstruktur in Frage, die Kabinenpersonal hauptsächlich bezahlt, wenn sich das Flugzeug in Bewegung befindet.
Air Canada erklärte, das Abkommen habe Vergütungen für Bodenarbeiten sowie umfassende Verbesserungen bei Löhnen, Renten und Zusatzleistungen enthalten.
Sara Nelson, internationale Präsidentin der Association of Flight Attendants, sagte gegenüber "Reuters", die öffentliche Unterstützung für den Air-Canada-Streik helfe auch ihren US-Mitgliedern. Der AFA vertritt die Flugbegleiter von United, die kürzlich ebenfalls ein vorläufiges Abkommen ablehnten -- teilweise wegen Forderungen nach Bodenvergütung.
Das vorgeschlagene vierjährige Abkommen hätte Lohnerhöhungen von bis zu 20 Prozent für Berufseinsteiger und 16 Prozent für erfahreneres Kabinenpersonal bedeutet. Die Besatzung hätte zudem 60 Minuten Vorflugvergütung bei Schmalrumpfflugzeugen und 70 Minuten bei Großraumjets erhalten.
Mehrere Flugbegleiter erklärten gegenüber Reuters, die Erhöhungen deckten nicht ihre gestiegenen Lebenshaltungskosten ab, besonders in teuren Städten wie Toronto.