A320-Software-Fix: Deutsche Airlines geben Entwarnung, © Lufthansa Technik AG/Gregor Schläger
Mitarbeiter von Lufthansa Technik. © Lufthansa Technik AG / Gregor Schläger
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Nach einer bei rund 6000 Airbus-Flugzeugen der A320-Reihe kurzfristig nötigen Überprüfung sind die Einschränkungen für den Flugverkehr bisher überschaubar geblieben.

Etliche Airlines konnten nach einer Airbus-Warnung bereits ab Freitag das Software-Update vornehmen, mit dem sich ein festgestelltes Problem beheben ließ. Betroffen sind die Airbus-Typen A319, A320, A321 sowie deren Neo-Varianten.

Die Lufthansa begann am Freitagabend mit der Umsetzung der von Airbus vorgeschriebenen Maßnahmen. Ein Großteil der Software-Updates konnte bereits in der Nacht sowie am Samstagvormittag durchgeführt werden, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

"Es kommt voraussichtlich zu keinen Flugstreichungen bei den Airlines der Lufthansa Group aufgrund der Situation, dennoch können vereinzelte Verspätungen am Wochenende nicht ausgeschlossen werden." Der Vorgang nehme mehrere Stunden pro Flugzeug in Anspruch.

Condor teilte mit, die Flotte werde derzeit geprüft. Man arbeite daran, die Auswirkungen auf den Flugbetrieb so gering wie möglich zu halten. Die im Einsatz befindlichen Airbus A320 Neo und A321 Neo seien vom erforderlichen Software-Update nicht betroffen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Auch Easyjet meldete, die Software-Updates an vielen betroffenen Flugzeugen bereits abgeschlossen zu haben. Die Airline plane, das Flugprogramm am Samstag normal durchzuführen, wie das Unternehmen mitteilte.

Wizz Air teilte mit, die Software-Updates über Nacht an allen betroffenen A320-Maschinen durchgeführt zu haben. Es würden keine weiteren Störungen erwartet.

Internationale Auswirkungen begrenzt

Es gibt aber auch Airlines, die größere Probleme haben. Avianca etwa erklärte, die Überprüfung betreffe mehr als 70 Prozent der Flotte und führe unvermeidlich zu erheblichen betrieblichen Einschränkungen über die nächsten zehn Tage. Der Ticketverkauf für Reisen bis zum 8. Dezember sei vorübergehend geschlossen worden.

In Japan sagte ANA 65 Flüge wegen des Problems ab. Auch am Sonntag könne es noch zu Störungen im Flugverkehr kommen. In Indien mussten nach Angaben der dortigen Flugaufsichtsbehörde bei insgesamt 338 Maschinen die Software aktualisiert werden. Bis Sonntag sollen die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sein. Air India teilte mit, es sei mit keinen größeren Auswirkungen zu rechnen. Allerdings könne es bei einigen Flügen zu Verspätungen oder Umbuchungen kommen.

Bei American Airlines waren nach Unternehmensangaben 209 Flugzeuge betroffen. Die Fluggesellschaft gab sich aber zuversichtlich, dass bis Samstagvormittag Ortszeit nahezu alle Maschinen auf dem neuen Software-Stand sein dürften. In den Vereinigten Staaten läuft wegen des Thanksgiving-Familienfests das verkehrsreichste Reisewochenende des Jahres.

Betroffene Airlines weltweit

Nach Angaben verschiedener Fluggesellschaften und Luftfahrtbehörden sind folgende Carrier von der Airbus-Überprüfung betroffen:

Europa: Lufthansa Group (Deutschland), Easyjet (Großbritannien), Air France (Frankreich), Swiss (Schweiz), Condor (Deutschland, nur ältere A320/A321), Wizz Air (Ungarn), Aer Lingus (Irland), Turkish Airlines (Türkei)

Nordamerika: American Airlines (209 Flugzeuge), United Airlines (sechs Flugzeuge), Delta Airlines

Lateinamerika: Avianca (Kolumbien, mehr als 70 Prozent der Flotte), Latam Airlines, Viva (Mexiko)

Asien-Pazifik: ANA Holdings (Japan, 65 Flugausfälle am Samstag), Air India (113 betroffene Flugzeuge), Air India Express (25 Flugzeuge), Indigo (200 Flugzeuge), Korean Air (zehn Flugzeuge), Air New Zealand

Naher Osten: Flynas (Saudi-Arabien)

Weniger Flugzeuge von Hardware-Austausch betroffen

Wie Airbus am Freitagabend mitgeteilt hatte, habe man nach einem nicht näher beschriebenen Zwischenfall mit einem Airbus A320 festgestellt, dass starke Sonneneinstrahlung zu einer fehlerhaften Datenverarbeitung in einem der Flugkontrollrechner führen kann, was für die Steuerung von entscheidender Bedeutung sei. Analysen hätten gezeigt, dass kosmische Sonnenstrahlung sicherheitsrelevante Daten der Flugsteuerung verfälschen könne.

In Zusammenarbeit mit den Luftfahrtbehörden habe man die Fluggesellschaften aufgefordert, vorsorgliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die Software und/oder Hardware umfassten. Die betroffenen Airbus-Flugzeuge entsprechen nach Angaben des Analyseunternehmens Cirium rund zwei Dritteln aller weltweit im Einsatz stehenden Jets der A320-Familie.

In vielen Fällen kann ein Software-Update zügig vom Cockpit aus vorgenommen werden, hieß es von Airbus. Je nach Alter und Konfiguration der Flugzeuge könnten die Anpassungen direkt vor Ort erfolgen. Bei älteren Jets könne aber auch ein Hardware-Austausch nötig sein.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters könnte die Zahl der Flugzeuge, die einen zeitaufwendigeren Hardware-Austausch benötigen, jedoch geringer ausfallen als zunächst befürchtet. Von den insgesamt 6000 Jets seien weit weniger als die ursprünglich angenommenen 1000 Maschinen auch in Sachen Hardware betroffen.

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