So plant LGW den Tegel-Exit

Exklusiv 20.11.2018 - 13:44 0 Kommentare

LGW wird ab kommendem Jahr keine Airbus-Flugzeuge mehr operieren, bestätigt Eurowings. Laut Unternehmenskreisen sollen zudem die Turboprops der Ex-Air-Berlin-Tochter aus Berlin-Tegel abgezogen werden.

Eine Eurowings-Maschine am Flughafen Berlin-Tegel. - © © Berliner Flughäfen -

Eine Eurowings-Maschine am Flughafen Berlin-Tegel. © Berliner Flughäfen

Die komplett für Eurowings operierende Lufthansa-Tochter LGW wird sich im kommenden Jahr komplett von der Basis des Billigfliegers in Berlin-Tegel zurückziehen. Das erfuhr airliners.de aus dem Umfeld der ehemaligen Air-Berlin-Tochter. Die Airline weist daraufhin, dass in dem Fall noch keine Entscheidung getroffen ist.

Bislang betreibt LGW neben 20 Turboprop-Flugzeugen des Typs Dash 8 auch 13 A320-Mittelstreckenjets. Mit diesen flog sie anstatt der Mutter Air Berlin ab Dezember 2017 den Lufthansa-Wet-Lease. Die Airbus-Jets sind in Stuttgart sowie Tegel stationiert und sollen die LGW-Flotte zum Jahresende verlassen. Entsprechende Pläne wurden bereits im Frühsommer diskutiert und nun von Eurowings auf Anfrage bestätigt.

Zur Verwendung schweigt die Airline mit Verweis auf "unternehmerische Gründe". Im Umfeld von LGW heißt es, die Jets sollten in Tegel bleiben - aber von Germanwings und eventuell Eurowings Deutschland weiterbetrieben werden. Im Gegenzug würde Germanwings alte A320-Flugzeuge ausflotten.

Dashs sollen sehr teuer sein

Gleichzeitig sind aktuell drei Dash-8-Flugzeuge der LGW in Tegel stationiert. Diese sollen an die anderen LGW-Turboprop-Basen Düsseldorf und Stuttgart verlegt und dort als Reserve genutzt werden. Die betroffenen Crews sollen anderweitig für Eurowings in Tegel zum Einsatz kommen.

Das Kuriose daran: Die drei Maschinen, die Lufthansa wie auch die anderen 17 nur geleast hat, belasten offenbar mit hohen monatlichen Mietraten. Im Umfeld der Airline ist von 170.000 Euro die Rede - eine wesentlich größere und modernere A320 gibt es am Markt schon für 160.000 Euro.

Der Aufschlag ist dem Vernehmen nach noch aus Air-Berlin-Zeiten, als die inzwischen vom Markt verschwundene Airline kaum noch kreditwürdig war. Daher hieß es noch vor einigen Wochen, dass die drei Turboprop-Maschinen zurück an den Leasing-Geber gehen. Doch nun sind die Flugzeuge noch für den Sommer 2019 als Reserve eingeplant. Eurowings hatte als Konsequenz aus dem Sommer mehr Reserveflugzeuge angekündigt.

Tarifverhandlungen

Kabine: Ufo weist daraufhin, dass der Arbeitgeber zugesagt hat, Anfang 2019 Tarifverhandlungen aufzunehmen. Verdi hingegen spricht davon, dass sich das Airline-Management weigert, einen Tarifvertrag abzuschließen. Bislang ist die Kabine bei LGW nicht tarifiert.

Cockpit: Im Cockpit ist LGW bereits seit 2013 tarifiert, kürzlich handelte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit unter Hilfe eines Schlichters ein Eckpunktepapier eines neuen Vergütungstarifvertrags für den im vergangenen Jahr ausgehandelten Kontrakt aus. Der frühestens ab Ende 2021 vom Arbeitgeber kündbare Vertrag hat auch eine Fall-Back-Option, sollte Lufthansa LGW verkaufen.

Lufthansa hatte LGW Anfang Januar für 22 Millionen Euro übernommen. Der Kauf von der Air-Berlin-Gruppe war laut Kranich Mitte Oktober 2017 beschlossen worden. Bei der kartellrechtlichen Prüfung des Deals durch die EU war Lufthansa gezwungen, die Übernahmepläne für die touristische Air-Berlin-Tochter Niki aufzugeben.

Von: cs
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