"Les Echos": Hop fliegt nur noch für die Mutter Air France

09.10.2018 - 11:26 0 Kommentare

Die Air-France-Tochter Hop steht offenbar vor großen Änderungen: Unter anderem soll die Operations unter eigenem Flugcode enden. Auch die Flotte werde "vereinfacht", heißt es.

ATR-42 von Hop. - © © AirTeamImages.com - Valentin Chesneau

ATR-42 von Hop. © AirTeamImages.com /Valentin Chesneau

Die Air-France-Regionaltochter Hop beendet offenbar die Operations unter eigener Flugnummer. Wie "Les Echos" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, hebe die Airline ab November unter dem Code der Mutter ("AF") ab.

Hop werde somit von der eigenständigen Regionaltochter zum Kapazitatsanbieter von Air France. Der Konzern wollte die Gerüchte nicht kommentieren.

Ein "kaputtes" System übernommen

Hop ging 2015 aus der Fusion von Brit Air, Regional und Airlinair hervor. Und genau da besteht offenbar das Problem. "Wir haben versucht, ein kaputtes System weiter zu betreiben", zitiert die Zeitung einen Insider.

Durch die neuen Maßnahme solle der Umsatz gesteigert und gleichzeitig die Kosten deutlich gesenkt werden, heißt es. Dies sei dies Teil einer tiefgreifenden Restrukturierung, die bis 2022 ausgelegt ist.

Hop führt aktuell über 1500 wöchentliche Abflüge unter eigenem Code durch. Meist handelt es sich dabei um innerfranzösische Routen, die nicht das große Air-France-Drehkreuz Paris mit einbinden.

Flotte soll umstrukturiert werden

Gleichzeitig will Hop laut Bericht auch die eigene Flotte "vereinfachen". Aktuell besteht diese aus 73 Maschinen unterschiedlicher Typen: ATR-42/-72, CRJ-700/-1000 und EMB-190/-195. Wie genau Anpassungen in dem Bereich aussehen sollen, sei bislang noch unklar.

Fest steht hingegen, dass die beiden Depandancen in Rungis und Montreuil nahe Paris schließen werden. Dadurch würden rund 120 Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings solle das Büro in Nantes mit etwa 50 neuen Mitarbeitern verstärkt werden. So sollen die Kosten um 15 Prozent gesenkt werden.

Wet-Lease von Zeitfracht

Hop war Ende 2014 aus der Traufe gehoben worden, mit der Ankündigung innerhalb von drei Jahren das Geschäft im Kurzstreckenmarkt wieder profitabel zu machen. Da man auf der Kurzstrecke im Wettbewerb mit der Bahn, dem Autoverkehr und anderen Billig-Airlines stehe, sei eine bedarfs- und marktgerechte Restrukturierung des Geschäfts nötig, so das Management damals.

Aktuell fliegt auch die Berliner Zeitfracht mit zwei "Jumbolinos" im Wet-Lease für Hop.

Von: cs
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