Air Berlin erwägt Rückzug von der Börse

23.02.2016 - 14:28 0 Kommentare

Vor zehn Jahren ist Air Berlin an die Börse gegangen, jetzt wird nach einem Medienbericht der Rückzug durchgespielt. Denkbar sei ein Zusammenschluss mit Alitalia, hieß es. Air Berlin und Großaktionär Etihad halten sich bedeckt.

Ein Flugzeugmodell der Air Berlin steht am 11. Mai 2006 beim Börsengang der Fluggesellschaft in Frankfurt am Main auf der Empore des Handelssaals der Wertpapierbörse.  - © © dpa - Arne Dedert

Ein Flugzeugmodell der Air Berlin steht am 11. Mai 2006 beim Börsengang der Fluggesellschaft in Frankfurt am Main auf der Empore des Handelssaals der Wertpapierbörse. © dpa /Arne Dedert

Bei der kriselnden Fluggesellschaft Air Berlin wird laut einem Pressebericht ein Abschied von der Börse durchgespielt. Die Großaktionäre, allen voran die arabische Fluglinie Etihad, diskutierten Modelle, wie sie Air Berlin von der Börse nehmen könnten, ohne die Mehrheit an dem Unternehmen zu erwerben, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider. Denkbar sei ein Zusammenschluss mit der italienischen Fluglinie Alitalia, an der die Araber knapp die Hälfte der Anteile halten. Sprecher von Air Berlin und Etihad lehnten eine Stellungnahme am Dienstag ab.

Die Aktien von Air Berlin waren im Mai 2006 mit 12,65 Euro in den Handel gestartet und lagen damit gut fünf Prozent über dem Zuteilungspreis von zwölf Euro. Aktuell liegt der Aktienkurs von Air Berlin bei deutlich unter einem Euro.

Etihad kann als nicht-europäisches Unternehmen Air Berlin kaum mehrheitlich übernehmen, denn dann gingen die Start- und Landerechte der deutschen Fluglinie verloren. Träte Alitalia als Käufer auf, würde dieses Problem möglicherweise umgangen.

Air Berlin hatte im Jahr 2014 mit rund 377 Millionen Euro den höchsten Verlust in der Firmengeschichte eingeflogen. Auch 2015 steckte das Unternehmen in den ersten neun Monaten mit 191 Millionen Euro in den roten Zahlen.

Als Zubringer zum Drehkreuz Abu Dhabi benötigt

Allerdings kämpft auch Alitalia mit Problemen. Nachdem sich Air Berlin schon seit längerem nur dank Geldspritzen vom Persischen Golf in der Luft hält, trat Etihad auch bei Alitalia als Retterin auf. Die Araber brauchen die europäischen Partner für Zubringerflüge zu ihrem Drehkreuz Abu Dhabi. Etihad darf in der EU selbst nur eine beschränkte Zahl von Flugzielen ansteuern.

Das Thema wurde zuletzt auch zum Streitpunkt zwischen den Airlines und der Bundesregierung. Erst Mitte Januar setzten die Gesellschaften vor Gericht durch, dass sie die meisten ihrer Gemeinschaftsflüge vorerst weiterhin anbieten dürfen. Dabei vermarktet eine Fluggesellschaft die Flüge ihres jeweiligen Partners unter einer eigenen Flugnummer. Das Luftfahrtbundesamt hatte die Genehmigung für viele sogenannte Codesharing-Flüge auf Grundlage des Luftverkehrsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten nur bis zum 15. Januar erteilt.

© AirTeamImages.com, TT Lesen Sie auch: Etihad will Air Berlin zur "starken Alternative zu Lufthansa" ausbauen

Von: gk, dpa-AFX

airliners.de-Konferenz
Über die Herausforderungen für den Luftverkehr in Deutschland

Lassen Sie sich das airliners.de-Fachgespräch „Level Playing Field“ nicht entgehen. Erfahren Sie aus erster Hand, welche Themen in nächster Zeit entscheidend für die Entwicklung des Luftverkehrs in Deutschland sein werden. Diskutieren Sie mit:

  • Perspektiven aus der neuen EU-Luftverkehrsstrategie
  • Aussichten zum neuen Luftverkehrskonzept
  • Auswirkungen aktueller Wettbewerbsverschiebungen

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Programm:
Alle Infos und Tickets

Interessant? Beitrag weiterempfehlen:

Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Nachrichtennewsletter.

Anzeige schalten »
Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Berlin Jobs
Mehr Stellenangebote » Mehr Luftfahrt-Trainings »
Anzeige schalten »