Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air hat eine neue neue Verbindung von Vilnius nach Berlin angekündigt. Das bestätigte Chief Commercial Officer (CCO) Ian Malin bei einem Pressetermin mit der Flughafengesellschaft FBB in Berlin an. Er ordnete den Schritt in eine Strategie ein, mit der Wizz Air gezielt Verbindungen zwischen europäischen Hauptstädten ausbaut.
Die Vorsitzende der BER-Geschäftsführung, Aletta von Massenbach, bezeichnete die Zusammenarbeit mit Wizz Air als "Erfolgsgeschichte". Die Fluggesellschaft fliegt von Berlin aus mittlerweile zwölf Ziele an, beförderte inzwischen mehr als drei Millionen Passagiere und sei in den vergangenen Monaten spürbar gewachsen. Von Massenbach lobte insbesondere die junge Flotte, die Wachstumsstrategie sowie die kurzen Umkehrzeiten von Wizz Air.
Malin ist erst seit wenigen Monaten CCO von Wizz Air, nachdem er die Fluggesellschaft zuvor dreieinhalb Jahre lang als Finanzvorstand durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Kriegen in der Ukraine sowie Nahost im laufenden Jahr geführt hatte. Die Airline habe sich seit der Pandemie mehr als verdoppelt und beschäftige mittlerweile Mitarbeiter aus mehr als 120 Nationen, sagte Malin. Die Flotte umfasse 270 Flugzeuge, der Umsatz liege in diesem Jahr bei rund sieben Milliarden Euro. Mit einem Wachstum von 30 Prozent sei Wizz Air nach eigener Einschätzung derzeit die am schnellsten wachsende Fluggesellschaft der Welt.
Berlin als unterversorgter Hauptstadt-Markt
Berlin sei für Wizz Air aus mehreren Gründen wichtig, erklärte Malin: Die Stadt ist eine Hauptstadt, aber im Angebot unterversorgt – und werde es durch den Rückzug einzelner Wettbewerber an bestimmten Positionen zusätzlich.
Wie bereits berichtet, schließt Ryanair zum Winterflugplan ihre Basis am BER und verlagert sieben Flugzeuge ins Ausland. Der BER rechnet dadurch laut von Massenbach mit einem Rückgang des Ryanair-Angebots um rund 50 Prozent und dem Wegfall von etwa 320.000 Sitzplätzen allein diesen November und Dezember.
Wizz Air positioniert sich nach den Worten Malins bewusst als Low-Cost-Carrier, der auf kurze Turnarounds und eine hohe Flugzeugauslastung setzt: Der BER erlaube Turnarounds von 30 Minuten, die Flugzeuge seien mehr als zwölf Stunden am Tag im Einsatz – deutlich mehr als die sechs bis zehn Stunden bei klassischen Netzwerkfluggesellschaften. Diese Kombination aus Effizienz des Flughafens und moderner, sparsamer Flotte von Wizz Air mache den BER aus Sicht der Fluggesellschaft zu einem für Low-Cost-Airlines besonders geeigneten Standort.
Von Massenbach betonte, eine gute Konnektivität sei auch für den Wirtschaftsstandort Berlin von Bedeutung, weil Investoren und Geschäftsreisende auf entsprechende Verbindungen angewiesen seien. Sie sehe im weiteren Wachstum von Wizz Air Potenzial, zusätzliche Nachfrage am BER zu bedienen.