Volotea schafft ihren Treibstoffzuschlag für Neubuchungen ab sofort ab. Das teilte die spanische Billigfluggesellschaft mit. Gleichzeitig laufen in Italien und Spanien regulatorische Untersuchungen, ob die Zusatzgebühr gegen Verbraucherschutzvorschriften verstößt.
Volotea hatte den Zuschlag im März als vorübergehende Maßnahme eingeführt, nachdem der Nahostkonflikt die Kerosinpreise in die Höhe getrieben hatte. Je nach Brent-Rohölpreis sieben Tage vor dem Abflug konnten Passagiere zwischen sechs und 14 Euro pro Person und Flug zusätzlich belastet werden.
97 Prozent der betroffenen Passagiere hätten den Zuschlag akzeptiert, teilte Volotea mit. Da die Energiemärkte erhöht geblieben seien, erfordere die Lage nun längerfristige Lösungen, hieß es zur Begründung der Abschaffung.
Regulatorischer Druck aus zwei Ländern
Die italienische Wettbewerbsbehörde leitete eine Untersuchung gegen Volotea wegen mutmaßlich unlauterer Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit dem Zuschlag ein. In Spanien forderte die Verbraucherorganisation Facua das Verbraucherrechtsministerium zur Prüfung auf.
Der europäische Verbraucherverband unterstützte Facuas Beschwerde und verwies auf EU-Transparenzregeln, die von Airlines verlangen, alle Gebühren von vornherein auszuweisen. Die EU-Kommission hatte im Mai klargestellt, dass Airlines keine zusätzlichen Gebühren rückwirkend erheben dürfen.
Volotea-Chef David Gonzalez erklärte, das Unternehmen werde die gestiegenen Treibstoffkosten weiterhin selbst absorbieren und allen Tickets unbegrenzte Flexibilität ohne Aufpreis bieten. Flugstreichungen in der Sommersaison seien nicht geplant.