Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Lufthansa haben ein erstes Gespräch mit ihren Schlichtern geführt. In Seeheim trafen sich die Verhandlungsteams beider Seiten mit Bodo Ramelow (Linke) und Roland Koch (CDU). Auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren hatten sich VC und Lufthansa vor einigen Wochen verständigt, um mehrere offene Tarifkonflikte beizulegen.
"Es war wichtig, dass die Schlichter nicht nur unsere Positionen kennenlernen, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, was die Menschen in den Verhandlungsteams bewegt", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. "Wir sind verhalten optimistisch. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, Lösungen zu entwickeln, die langfristig tragfähig sind."
Der Beruf des Piloten sei für viele keine bloße Zwischenstation der beruflichen Laufbahn, machte die VC deutlich, sondern eine auf Jahrzehnte angelegte Lebensentscheidung. "Wir sind als Pilotinnen und Piloten eng an die Lufthansa gebunden. Für viele von uns ist das ein Lebensarbeitsmodell", sagte Pinheiro. "Deshalb ist es für uns elementar, Lösungen zu finden. Es steht viel auf dem Spiel – für die Beschäftigten ebenso wie für das Unternehmen."
Als Vermittler bringen Ramelow und Koch politische Erfahrung mit, um zwischen den unterschiedlichen Positionen zu vermitteln. Die VC begrüßt, dass mit Ramelow ein langjähriger Ministerpräsident Thüringens und heutiger Bundestagsvizepräsident zu den benannten Schlichtern zählt. "Mit Bodo Ramelow haben wir einen erfahrenen Schlichter, der die Perspektive von Beschäftigten und Gewerkschaften aus eigener Erfahrung kennt und zugleich weiß, wie man in schwierigen Situationen unterschiedliche Interessen zusammenführt", sagte Pinheiro. "Das ist eine gute Voraussetzung für die kommenden Gespräche."
Im Monate andauernden Streit zwischen Gewerkschaften und Lufthansa hatte die VC für sämtliche Schlichtungsverfahren den früheren Thüringer Ministerpräsidenten Ramelow benannt. Die Lufthansa berief neben den früheren hessischen Ministerpräsidenten Koch für die Kernmarke Lufthansa sowie für Lufthansa Cargo, den Arbeitsrechtler Günther Heckelmann für Eurowings und die eingestellte Regionaltochter Cityline.