Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (VC) stehen die Schlichter für alle drei Verfahren fest. Die Pilotengewerkschaft benannte für sämtliche Schlichtungsverfahren den früheren Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). Die Lufthansa berief den früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) für die Kernmarke Lufthansa sowie für Lufthansa Cargo. Für Eurowings und die eingestellte Regionaltochter Cityline bestimmte der Konzern den Arbeitsrechtler Günther Heckelmann.
Konzern und Gewerkschaft hatten sich in der vergangenen Woche auf ein Verfahren geeinigt, das Schlichtung und Mediation miteinander verbindet. In den drei getrennten Schlichtungsverfahren sollen die jeweils offenen Tarifthemen bearbeitet werden, die Mediation zielt den Angaben zufolge auf andere, übergreifende Themen.
Im Mai waren Schlichtungsgespräche zwischen beiden Seiten zunächst noch gescheitert, Mitte August einigten sie sich dann auf das Schlichtungsverfahren, das nun um die Mediation ergänzt wird.
Streiks bereits an sieben Tagen im laufenden Jahr
Die VC rief ihre Mitglieder in diesem Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik auf. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Lufthansa-Gründung fielen Hunderte Flüge aus. Das Unternehmen bezifferte die Kosten des Arbeitskampfs auf rund 150 Millionen Euro.
Offiziell geht es in den Verhandlungen um Fragen der Altersversorgung und des Gehalts. Die Gewerkschaft fordert für die knapp 5000 betroffenen Piloten unter anderem höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Hinter dem Konflikt steht aber auch die Strategie des Vorstands, Flugzeuge und damit Besatzungen in Flugbetriebe zu verlagern, in denen niedrigere Tarifbestimmungen gelten.
Ramelow verzichte zudem auf sein Honorar, so die VC weiter. Das Geld solle unter anderem der Erfurter Bildungsinitiative "Das fliegende Klassenzimmer" sowie dem Luftfahrtmuseum Flugwelt Altenburg Nobitz zugutekommen.