Die USA und Japan haben ein Handelsabkommen geschlossen, das die Zölle auf japanische Autoexporte auf 15 Prozent reduziert. Ursprünglich hatte US-Präsident Donald Trump mit 25 Prozent gedroht.
Japan verpflichtet sich zu Investitionen von 550 Milliarden Dollar (rund 469 Milliarden Euro) in den USA. Dazu zählt, dass Japan 100 Boeing-Flugzeuge kauft und seine Rüstungsausgaben mit US-Unternehmen von 14 auf 17 Milliarden Dollar jährlich steigert.
Das Paket umfasst zudem staatlich garantierte Kredite japanischer Institutionen für den Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten in Schlüsselsektoren wie Pharmazeutika und Halbleiter. Zusätzlich erwirbt Japan landwirtschaftliche Produkte im Wert von acht Milliarden Dollar und erhöht seine Reiskäufe um 75 Prozent.
Die bisherigen Zölle auf japanische Autos lagen bei 27,5 Prozent. Neue Abgaben auf andere japanische Waren, die ab August gelten sollten, werden ebenfalls auf 15 Prozent begrenzt.
Börsen reagieren positiv
Der japanische Nikkei-Index stieg um vier Prozent auf ein Jahreshoch. Toyota-Aktien gewannen 14 Prozent, Honda elf Prozent. Auch europäische Märkte profitierten von Hoffnungen auf weitere Handelsdeals.
Japans Automobilsektor macht über ein Viertel der US-Exporte aus. Der bilaterale Handel erreichte 2024 fast 230 Milliarden Dollar bei einem japanischen Überschuss von 70 Milliarden Dollar.
EU bereitet Gegenmaßnahmen vor
Die EU-Kommission setzt weiter auf Verhandlungslösungen im Zollstreit mit den USA. Parallel bereitet Brüssel Gegenmaßnahmen vor, die Gegenzölle auf US-Importe im Wert von 93 Milliarden Euro umfassen könnten. Trump hatte der EU zuletzt mit pauschalen Zöllen von 30 Prozent gedroht.
Europäische Wirtschaftsexperten rechnen bis Jahresende mit deutlich erhöhten Zöllen auf US-Einfuhren. Das Münchner Ifo-Institut ermittelte erwartete Durchschnittszölle von 18 Prozent auf US-Produkte.
Die Bundesregierung sieht das Abkommen zwischen Japan und den USA nicht als "Blaupause" für ein transatlantisches Abkommen. "Die Handelssituation ist nicht vergleichbar", erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius.