Das US-Handelsministerium begrenzt Insidern zufolge die Zahl der Flugzeugteile, die es für die Ausfuhr an den chinesischen Hersteller Comac freigibt. Damit wolle die Behörde verhindern, dass der Staatskonzern Komponenten auf Vorrat einlagert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Nach diesen Informationen bearbeitet das Ministerium seit einigen Wochen auch andere Exportanträge für Luftfahrtteile mit Ziel China langsamer. Washington wolle die Abhängigkeit der Volksrepublik von amerikanischen Zulieferern in den Handelsgesprächen als Druckmittel nutzen.
Betroffen ist offenbar auch das Boeing-Geschäft. China hatte in diesem Jahr den Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen vereinbart und bemühe sich für diese Flotte zusätzlich um Ersatzteilvorräte für mehrere Jahre. Garantien dafür wolle die US-Regierung bislang aber nicht abgeben, hieß es.
Darüber hinaus prüfe Washington eine neue Ausfuhrvorschrift, mit der sich Lieferungen von Fahrwerken und weiteren Luftfahrtkomponenten nach China leichter beschränken ließen. Einem der Informanten zufolge sah ein Entwurf sogar eine Genehmigungspflicht für Hydraulikflüssigkeit für Flugzeuge aus US-Produktion vor.
Unklar ist, ob Triebwerke betroffen sind
Ob die aktuellen Beschränkungen auch die Antriebe für Comacs Flugzeugtypen erfassen, ist nicht bekannt. Die C919 fliegt mit dem Leap-1C von CFM International, die C909 mit dem CF34-10A von GE Aerospace.
Für beide Triebwerke sowie weitere Ausrüstung für Comac hatten die USA bereits Ende Mai 2025 die Exportlizenzen ausgesetzt. Washington hatte die Sperre Anfang Juli 2025 wieder aufgehoben, nachdem sich beide Staaten in London auf ein Abkommen über Seltene Erden verständigt hatten.
Comac bleibt hinter Auslieferungszielen zurück
Comac hatte 2025 ursprünglich 75 C919 ausliefern wollen, übergab am Ende aber nur 15 Flugzeuge des Typs. Gebremst hätten die Produktion fehlendes Personal und Verzögerungen bei ausländischen Zulieferern, hatte "CH-Aviation" bereits zuvor berichtet. Der Hersteller bemühe sich seither, unabhängiger von westlichen Systemen zu werden.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres lieferte Comac nach Daten von "CH-Aviation" elf C919 aus. Fünf davon gingen an China Southern Airlines, je drei an Air China und China Eastern Airlines. Air China erhielt die Variante C919-100ER, die beiden anderen Airlines die C919-100STD. Hinzu kamen im selben Zeitraum sechs C909, darunter ein Exemplar in der Variante C909 CBJ für Deer Jet Shanghai.
