United Airlines verschärft den jahrelangen Konflikt mit American Airlines am Flughafen Chicago O'Hare. Konzernchef Scott Kirby kündigte an, 2026 "so viele Flüge wie nötig" hinzuzufügen, um zu verhindern, dass American auf Kosten von United zusätzliche Gates erhält.
"2026 ziehen wir eine Linie im Sand", sagte Kirby bei einer Telefonkonferenz mit Analysten anlässlich der Quartalszahlen vom Dienstag. "Wir werden nicht zulassen, dass sie auf unsere Kosten ein einziges Gate gewinnen. Wir werden so viele Flüge hinzufügen, wie nötig sind, um unsere Gate-Anzahl in Chicago zu halten."
Kirby sagte den Analysten, United habe 2025 in Chicago etwa 500 Millionen Dollar verdient, während American einen ähnlichen Betrag verloren habe. Die Verluste von American könnten sich 2026 auf etwa eine Milliarde Dollar ausweiten, fügte er hinzu.
United baut Vorsprung aus
Zudem habe United nun einen Vorsprung von 22 Prozentpunkten bei Kunden aus Chicago und 38 Prozentpunkten bei Geschäftsreisenden, was eine Umkehr des Vorsprungs von American aus dem Jahr 2016 darstelle, so Kirby. Weitere Details zur Untermauerung der Zahlen nannte er nicht. American reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Kirby hat wiederholt argumentiert, dass der Betrieb von American in Chicago unrentabel sei. American-Chef Robert Isom hat gesagt, O'Hare könne zwei große Drehkreuz-Airlines unterstützen. American hat Kirbys Darstellung der Finanzergebnisse am Flughafen bestritten.
Der Zugang zu Gates bleibt zentral am Flughafen O'Hare und bestimmt, wie viele Flüge die Fluggesellschaften planen können und wie zuverlässig sie operieren. United führt etwa die Hälfte aller geplanten Flüge am Flughafen durch, American etwa ein Drittel, wie aus Daten von Cirium hervorgeht.
Umverteilung Ende 2025
Die Lücke wurde Ende 2025 größer, nachdem eine von der Stadt Chicago geleitete Neuvergabe United fünf zusätzliche Gates gab und die Gesamtzahl von American um vier reduzierte. American hat diese Entscheidung erfolglos vor Gericht angefochten.
American hat erklärt, der Rückschlag sei vorübergehend, da der Flugplan ausgeweitet werde. Die Fluggesellschaft hat zugestimmt, zwei Gates von Spirit Airlines für 30 Millionen Dollar zu kaufen.
United teilte mit, dass American voraussichtlich später in diesem Jahr im Rahmen einer Überprüfung der Vergabe drei Gates zugesprochen werden sollen.
Beide Fluggesellschaften bauen ihre Flugpläne in O'Hare aus. United plant im Sommer fast 650 tägliche Abflüge zu etwa 200 Zielen. American hat seinen bisher größten Frühjahrs-Flugplan am Flughafen angekündigt und fügt rund 100 Flüge an Spitzentagen hinzu, womit sich die Gesamtzahl auf über 500 tägliche Abflüge erhöht.
An den meisten großen US-Drehkreuzen dominiert eine Fluggesellschaft: Delta Air Lines in Atlanta, United in Houston und American in Dallas. Chicago bleibt einer der wenigen Märkte, in denen zwei große Netzwerk-Airlines noch im vollen Drehkreuz-Umfang konkurrieren.