Ryanair beendet ihr Prime-Mitgliedschaftsprogramm nach einer achtmonatigen Testphase. Wie die Fluggesellschaft am Freitag mitteilte, lohne sich das Angebot finanziell nicht. Europas größte Airline hatte das Abo-Modell im März eingeführt und damit zahlenden Abonnenten Rabatte auf Flugpreise angeboten.
Die Bilanz des Tests fiel negativ aus: Über den Zeitraum von acht Monaten nahm Ryanair 4,4 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen ein, gewährte den Abonnenten aber Preisnachlässe in Höhe von sechs Millionen Euro.
"Dieser Test hat mehr Geld gekostet, als er eingebracht hat", sagte Ryanair-Marketingchef Dara Brady. "Diese Mitgliederzahlen beziehungsweise diese Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen rechtfertigen nicht den Zeit- und Arbeitsaufwand, der mit der Einführung monatlicher exklusiver Prime-Sitzplatzverkäufe verbunden ist."
Das Programm hatte 55.000 Mitglieder gewonnen. Sie alle können ihre Mitgliedschaft für die Dauer ihres jeweiligen Zwölfmonatszeitraums weiter nutzen und erhalten laut Ryanair auch weiterhin exklusive monatliche Niedrigpreisangebote. Ab Freitag können jedoch keine neuen Mitglieder mehr beitreten.
Für den einmaligen Beitrag von 79 Euro erhielten Kunden einmal im Monat besondere Ticket-Angebote, kostenlos reservierte Sitzplätze und eine Reiseversicherung für den gebuchten Flug. Nach Ryanair-Angaben konnte sich daraus eine Ersparnis von bis zu 405 Euro pro Jahr ergeben. Bereits nach drei Flügen ergebe sich eine Ersparnis.
Ryanair hatte im März angekündigt, die Mitgliedschaft im Ryanair-"Prime"-Programm auf 250.000 Personen zu begrenzen. Die Airline mit Hauptsitz in Irland beförderte im vergangenen Jahr rund 200 Millionen Passagiere.
Konkurrenten wie die Billigfluggesellschaft Wizz Air bieten mehrere Mitgliedschaftsdienste an. Auch das spanische Online-Reisebuchungsunternehmen Edreams Odigeo hat einen Prime-Service im Angebot.