Nach der Erhöhung der Ticketsteuer zum 1. Mai wird Ryanair die höheren Steuerabgaben an ihre Passagiere weitergeben. Auch Kunden mit bereits gebuchten Tickets werden zur Kasse gebeten, wie die Airline auf Nachfrage von airliners.de bestätigte.
Dabei heißt es, dass alle Passagiere, die ab dem 1. Mai von Deutschland abfliegen, die erhöhte Luftverkehrssteuer zahlen, unabhängig davon, wann sie ihren Flug gebucht haben.
Sollten Passagiere mit bereits gebuchten Tickets die höhere Ticketsteuer nicht zahlen wollen, so erhalten sie die Möglichkeit, den Flug zu stornieren. Ryanair zahle in diesem Fall den vollständigen Ticketpreis zurück.
Ryanair bezeichnete die Erhöhung der Steuer gegenüber airliners.de als "lächerlich" und rechne mit einer 24-prozentigen Erhöhung.
Generell schlägt Ryanair gegen hohe Gebühren in Deutschland bereits seit geraumer Zeit Alarm. Für Ryanair verzögere die Erhöhung der Ticketsteuer die Erholung des Luftverkehrs in Deutschland nach der Corona-Pandemie.
"Die deutsche Regierung muss dringend die hohen Luftverkehrssteuern und Sicherheitsgebühren sowie die Flughafengebühren senken, um die deutschen Flughäfen wettbewerbsfähiger zu machen, damit Billigfluggesellschaften wie Ryanair den deutschen Fluggästen Wachstum, Auswahl und niedrige Flugpreise bieten und dem deutschen Hochpreis-Monopol der Lufthansa die dringend benötigte Konkurrenz machen können", hieß es in der Mitteilung, die airliners.de vorliegt.
Die Branche warnt ebenfalls vor der finanziellen Mehrbelastung durch die geplante Erhöhung zum Monatswechsel. "Die sehr kurzfristige Erhöhung der Ticketsteuer bereits zum 1. Mai und damit noch vor Beginn der Hauptreisezeit führt nach unseren Berechnungen zu einer Mehrbelastung bei den Reiseveranstaltern von rund 21 Millionen Euro", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, der "Deutschen Presse-Agentur".
Dem neuen Gesetzesvorschlag zufolge sollen die Sätze ab Mai nun erneut erhöht werden. Je nach Endziel der Reise soll die Luftverkehrsteuer um fast ein Fünftel auf 15,53 bis 70,83 Euro je Fluggast steigen.
Die Ticketsteuer betrifft sämtliche Passagiere, die von deutschen Flughäfen abheben. Zahlen müssen die Aufschläge die Fluggesellschaften. Sie können diese aber an die Passagiere weitergeben.
Lufthansa hingegen teilte auf Nachfrage von airliners.de mit, dass Passagiere keine Nachberechnungen für Buchungen vor dem 1. Mai erwarten müssen, so ein Sprecher der Airline.