Die kostspieligen Qualitätsprobleme von Getriebefan-Triebwerken der Tochter Pratt & Whitney haben den US-Flugzeugzulieferer und Rüstungskonzern RTX tief in die roten Zahlen getrieben. Pratt & Whitney verbuchte im dritten Quartal einen operativen Verlust von 2,48 Milliarden Dollar wegen des Rückrufs von rund 3000 Triebwerken und der fälligen Entschädigungen der Fluggesellschaften für den Ausfall ihrer Maschinen.
Gewinne bei der Wartungstochter Collins Aerospace konnten das nur zum Teil wettmachen, weshalb RTX im dritten Quartal mit 984 Millionen US-Dollar (Vorjahr: Gewinn 1,39 Milliarden US-Dollar) tief in die Verlustzone rutschte.
Der Rückruf der Triebwerke belastete den Konzern im dritten Quartal nach Steuern mit 2,2 Milliarden Dollar.
RTX-Chef Greg Hayes versuchte die Anleger zu beschwichtigen: "Wir erwarten keine größeren zusätzlichen Belastungen als Folge dieses Plans." Zugleich kündigte RTX ein zehn Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm an. Beides ließ die Aktie an der New Yorker Börse vorbörslich um fast neun Prozent nach oben schnellen. MTU-Papiere stiegen im Sog dessen um knapp fünf Prozent.
Der Münchner Triebwerksbauer MTU arbeitet mit Pratt & Whitney bei der Produktion der Getriebefan (GTF)-Triebwerke zusammen und legt am Freitag seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Bei den Triebwerken waren im September Probleme mit einem bestimmten Pulvermetall öffentlich geworden, deretwegen die Triebwerke inspiziert werden müssen, 200 davon innerhalb von zwei Monaten. MTU erwartet daraus in diesem Jahr Belastungen von einer Milliarde Euro.
Von den Sonderbelastungen abgesehen, wird RTX aber für das aktuelle Jahr optimistischer. Der Umsatz soll bei 68,5 Milliarden Dollar liegen, eine Milliarde höher als bisher erwartet. Im dritten Quartal stieg er um zwölf Prozent auf 19 Milliarden Dollar. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie verengte RTX auf 4,98 bis 5,02 (bisher 4,95 bis 5,05) Dollar.