Rheinmetall und die Deutsche Telekom haben angekündigt, gemeinsam einen Schutzschild gegen feindliche Drohnen zu entwickeln. Das gaben die beiden Unternehmen am Montag im Vorfeld der Sicherheitsmesse AFCEA in Bonn bekannt. Das Vorhaben befindet sich noch in einem frühen Stadium.
Ziel ist es, Drohnen frühzeitig zu erkennen und durch Störsignale — sogenanntes Jammen —, eigene Abfangdrohnen sowie möglicherweise Laserschüsse aufzuhalten. Damit sollen kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke, Industrieanlagen und Brücken geschützt werden. Flugabwehr-Geschütze sind laut den Unternehmen nicht Teil des Konzepts.
Die Aufgabenteilung ist klar: Rheinmetall übernimmt Sensorik und Effektoren, also den Laser. Die Telekom bringt ihre Kompetenz in Konnektivität, Cloud und Datenanalyse ein. Dabei setzt sie auf passive RF-Sensoren — Funksensoren, die kein aktives Suchsignal aussenden und an Mobilfunkmasten befestigt werden können, ohne die dortige Technik zu stören.
"Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Zur Abwehr brauche es eine Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. "Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten." Telekom-Chef Tim Höttges erklärte, die Zusammenarbeit stärke "die Souveränität und leiste einen Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren".
Ein wachsendes Problem stellen zudem Drohnen dar, die nicht per Funksignal in Sichtweite, sondern über das Mobilfunknetz aus großer Distanz gesteuert werden. Die Telekom erforscht gemeinsam mit der Bundeswehr-Universität Hamburg, wie sich solche Drohnen über Auffälligkeiten im Mobilfunk-Datenverkehr aufspüren lassen. Dieses Verfahren soll ebenfalls in das Gemeinschaftsprojekt einfließen.
Rheinmetall hat bereits Erfahrung im zivilen Drohnenschutz: Ende vergangenen Jahres schloss der Konzern eine Partnerschaft mit der Hamburger Polizei und dem Hamburger Hafen, um Lösungen gegen mögliche Drohnenbedrohungen zu entwickeln.