Das Bodenpersonal von Qantas hat sich mit einer breiten Mehrheit für Streikmaßnahmen ausgesprochen. Grund sind Lohn- und Arbeitsbedingungen. Nach Angaben der Gewerkschaft Transport Workers Union (TWU) stimmten 97 Prozent der 350 abstimmenden Beschäftigten für Arbeitskampfmaßnahmen, die von einstündigen bis 24-stündigen Arbeitsniederlegungen reichen könnten.
Einen Streiktermin gibt es bisher nicht. Vor einer Arbeitsniederlegung muss die Gewerkschaft die Maßnahme drei Tage im Voraus ankündigen.
"Diese Bodenmitarbeiter wollen nicht streiken, aber nachdem ihnen das falsche Versprechen gemacht wurde, dass die Airline sie endlich mit Respekt behandeln würde, bleibt ihnen keine andere Wahl", sagte TWU-Generalsekretär Michael Kaine.
Die Löhne, die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten seien auf ein historisches Tief gesunken, erklärte die Gewerkschaft weiter.
Qantas erklärte in einer Stellungnahme, das Unternehmen sei bestrebt, mit der Belegschaft zu einer Einigung zu kommen, die jährliche Lohnerhöhungen vorsehe. Welche Details das Angebot der Airline genau umfasst, blieb zunächst offen. "Die Gespräche über die Fair Work Commission waren konstruktiv, und die Verhandlungen dauern an", teilte das Unternehmen mit. Der Fokus liege auf einer Vereinbarung, die vor allem Lohn und mehr Vollzeitstellen berücksichtige – Punkte, die den Beschäftigten nach eigenen Angaben am wichtigsten seien.
Qantas kündigte zudem an, im Fall eines Streiks über Notfallpläne zu verfügen, um die Auswirkungen auf den Flugbetrieb möglichst gering zu halten.
Ein Airbus A220 von Qantas Link in Aborigines-Sonderbemalung landet. © AirTeamImages.com / Kaden Chang
Bodenpersonal bei Tochterfirma beschäftigt
Das betroffene Bodenpersonal ist bei der Tochtergesellschaft Qantas Ground Services angestellt, überwiegend auf Basis von Aushilfs- und Teilzeitverträgen. Die Beschäftigten arbeiten für die Frachttochter Qantas Freight sowie den regionalen Zubringerdienst Q-Link. Die Kernmarke Qantas sowie die internationalen Flüge werden von ihnen nicht abgefertigt.
Die TWU erklärte, die Beschäftigten von Qantas Ground Services forderten Jobsicherheit, eine faire Lohnerhöhung nach Jahren eingefrorener Gehälter sowie eine Zusammenführung der bislang zersplitterten Arbeitsgruppen unter einem einheitlichen Qantas-Dach, statt gegeneinander ausgespielt zu werden.
Qantas und Vertreter des Bodenpersonals sind für den 18. September erneut vor der Fair Work Commission, der australischen Schlichtungsstelle für Arbeitsrecht, zu Gesprächen angesetzt.
Bereits Anfang August hatten die Langstreckenpiloten der Qantas für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt, bevor sie sich mit der Airline auf eine Lohnvereinbarung einigten.
Der Konzern hatte vergangene Woche ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von 2,06 Milliarden australischen Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) für das Geschäftsjahr ausgewiesen. Das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent, den Qantas mit gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Nahost-Konflikts begründete.