Panasonic Avionics hat auf der Airline Passenger Experience (AIX) in Hamburg X-Neo vorgestellt. Das System ist als direkter Ersatz für Sitzmonitore der X-Series konzipiert und soll Airlines ermöglichen, ihre bestehenden IFE-Installationen ohne Sitztausch oder umfassende Kabinenumbaumaßnahmen zu modernisieren. Die Verfügbarkeit ist für 2027 geplant, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte.
X-Neo verwendet vorhandene Kabelstränge und mechanische Schnittstellen der X-Series-Sitze und soll dadurch den Zertifizierungsaufwand und die Flugzeugstandzeit reduzieren.
Das Gehäuse entspricht laut Panasonic Avionics in Form, Gewicht und Stromaufnahme dem bisherigen X-Series-Monitor – die Neuerungen liegen ausschließlich in der Elektronik: Der Arbeitsspeicher wurde je nach Modell auf das Vier- bis Achtfache gegenüber den Vorgängermonitoren erhöht. Prozessoren der aktuellen Generation ersetzen die bisherige Hardware, hinzu kommen ein neuer Bluetooth-Transceiver sowie das aktuelle Android-Betriebssystem.
Flottenalterung als Treiber
Hintergrund ist die weit verbreitete technische Heterogenität in Airline-Flotten. Panasonic Avionics hat nach eigenen Angaben über 1,4 Millionen X-Series-Bildschirme ausgeliefert; noch in diesem Jahr werden laut Unternehmensangaben 50 Prozent aller Auslieferungen X-Series-Systeme sein, obwohl die Plattform mehr als zehn Jahre alt ist.
Ken Sain, Chief Executive von Panasonic Avionics, verwies auf der AIX auf den Engpass bei Sitzlieferanten, der Kabinen-Upgrades verzögere: Die typischen Vorlaufzeiten für neue Sitzprogramme hätten sich von zwölf bis 18 Monaten auf 24 bis 36 Monate ausgedehnt.
X-Neo ist ausschließlich als Retrofit-Option für bestehende X-Series-Betreiber vorgesehen und wird nicht als Neuausrüstung angeboten. Panasonic Avionics will die Monitore im laufenden Betrieb über Nacht tauschen, sodass eine Maschine mit 200 bis 300 Bildschirmen ohne nennenswerte Standzeit umgerüstet werden kann. Das System ist kompatibel mit den aktuellen Plattformen Astrova und Converix.
"X-Neo gibt unseren Kunden einen klaren Weg, ihr digitales Engagement zu verbessern, die Lebensdauer ihrer Kabineninstallationen zu verlängern und gleichzeitig die Passagiererfahrung spürbar zu verbessern", sagte Masson. Das Nachrüstpotenzial bezifferte Sain auf der AIX auf bis zu eine Million Sitze – das entspreche dem Dreifachen des aktuellen Astrova-Auftragsbestands.