Europas Airlines müssen sich auf ein weiteres Jahr mit hohen Kerosinkosten und steigenden Ticketpreisen einstellen. Das sagte Ryanair-Group-Chef Michael O'Leary. Der Iran-Krieg halte den Kerosinpreis rund 50 Prozent über dem Vorkriegsniveau.
O'Leary sprach bei einer Pressekonferenz von Airlines for Europe ("A4E"). Kerosin sei derzeit etwa 50 Prozent teurer als vor dem Krieg und dürfte nach seiner Einschätzung für die nächsten zwölf bis 18 Monate auf diesem Niveau bleiben, sagte er vor Journalisten. "Wir alle stehen im nächsten Jahr vor einer enormen Kostenherausforderung", ergänzte O'Leary. Mit einem Versorgungsengpass rechne er in absehbarer Zeit aber nicht.
Die Preiserhöhungen dürften sich nach Einschätzung von O'Leary in den kommenden Monaten fortsetzen. Viele Airlines seien mit Blick auf 2027 deutlich weniger gegen Kerosinkosten abgesichert. Am Rande der Pressekonferenz sagte er Journalisten: "Die Airlines können nicht überleben, wenn sie diese wahnsinnig höheren Kerosinkosten nicht in Form höherer Preise weitergeben, und die Kunden werden zahlen müssen."
An der Pressekonferenz nahmen auch die Vorstandsvorsitzenden von Air France-KLM, Lufthansa, Easyjet und IAG teil. Viele der anwesenden Fluggesellschaften haben begonnen, die Kerosinkosten über höhere Ticketpreise an die Passagiere weiterzugeben.
Europas Airlines kämpfen damit, ihre Bilanzen stabil zu halten, weil der Kerosinpreis wegen des Iran-Kriegs stark gestiegen ist. Das drückt trotz weit verbreiteter Absicherung auf die Margen. Die Volatilität hat zu Kapazitätskürzungen und Sparmaßnahmen geführt.